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Schon auf dem Reichstage zu Regensburg 1541 hatte Mclanchtonsich viele Mühe gegeben, zu beweisen, daß daS Abendmahl, wiealle andern Saeramente, nur ein Sacramcnt in dem recht-mäßigen Gebrauche sei, daS heißt: in dem wirklichen Genüsse,bei welcher Ansicht die wirkliche Anbetung des Sacrameutcs leichtbeseitigt werden konnte. Allein da Luther auf diese Anbetung ebenso wie auf die wirkliche Gegenwart des göttlichen Leibes Christidoch hielt, H scheint Mclanchton gescheuet zu haben, zu LebzeitenLuthers diese seine Ansicht offen zu verbreiten. — Nach LuthersTode hielten die Lutherischen an verschiedenen Orten, nemlich zuNaumburg, Regensburg, Worms, Frankfurt:c. dieses Lehrsatzeswegen Zusammenkünfte, denen Mclanchton gewöhnlich präsidirteoder beiwohnte. Man kam nun überein: „Der wahre wesentlicheLeib wäre wahrhaft und wesentlich im Abendmahle gegenwärtig;es sei aber nicht nöthig zu sagen, daS Brod sei der wesentlicheoder eigene Leib Christi, noch daß er leiblich mit leiblichem Mundeempfangen werde; man müsse sich wundern, daß so großer Werthdarauf gelegt werde, zu sagen, der Leib sei im Brode gegenwärtig;die Hauptsache gehe im Menschen vor. Nehme man die wirklicheGegenwart au, so lasse sich die Anbetung nicht läugnen, wennman auch diese Gegenwart nur im Genüsse annehme . . . .Es sei von jeher üblich gewesen, daß die Bittenden die Kinderderjenigen, deren Hülfe sie anrufen, umarmten und diese denVätern derselben darstellten, um sie durch ihre Vermittelung zurErhörung der Bitte zu bewegen. Auf gleiche Weise könne uns,wenn man Jesus Christus im Brode und Weine gegenwärtig habe,nichts hindern, ihn seinem Vater darzustellen, um Erhöruug zufinden." — Damit war denn die Lehre Luthers, die er so deutlichgelehrt und zu Schmalkalden und überall durch sein Ansehen geltendgemacht hatte, nämlich die Lehre, daß das Brod und der Weinder wahre und wesentliche Leib und das wahre Blut Christi sei,beseitiget, aber auch die spätere Lehre Melanchtons, daß in demBrode und Weine der wahre Leib und daS wahre Blut sei.
Nach dieser neuen Lehre entwarf Mclanchton jetzt den lötenArtikel der Confession auf eine andere Art. Statt der kurzenWorte: daß der Leib und Blut Christi gegeben werdemit dem Brode und Wein, wie die Ausgabe vom I. 1540hat, bedient sich Mclanchton einer weitläuftigen Erklärung undsagt: „Man muß die Leute belehren, daß im wirklichen Genüsse