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Der Reichstag von Augsburg im Jahre 1530 und die Aeusserung des Herzogs Wilhelm von Bayern und des Bischofs Christophorus von Stadion von Augsburg, bezüglich der lutherischen Bekenntnißschrift : veranlaßt durch den Katechismus der evangelischen Kreissynode Duisburg ; eine geschichtliche Untersuchung
Entstehung
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III.

Wie Schicksale der Zlugsl'urgischen Confesstonnach der Ablesung.

Nachdem das lateinische und deutsche Eremplar der Confessionaus den Händen der protestantischen Neichsstäudc in die Händedes Kaisers und des Reichskanzlers übergegangen war, stalte die-selbe das Ansestcn eines Reichsakte nstü ckes gewonnen, an dessenInhalt weder die eine noch die andere Parthei etwaS anderndurfte. Der Kaiser statte den Ständen eine treue Abschrift zustel-len lassen, aber zugleich verboten, die Confession durch den Druckzu veröffentlichen. Allein da dieselbe von den verschiedene» ReichS-ständen wieder weiter an die Höfe und Reichsstädte befördertwurden, so war es leicht möglich, daß Abschriften davon in Buch-ständlerstände kamen, die durch den Druck und Verbreitung der-selben einen sichern Gewinn erwarteten. So erschienen schon imJastre l53ö durch Buchhändler-Spekulationen fünf deutsche undzwei lateinische Ausgaben; bei einer Glaubensschrift kommt esnicht selten ans ein Wort, auf einen Ausdruck an, und da bei derHerausgabe der Confession die Buchhändler de» günstigen Zeit-punkt benutzen wollten, so konnte leicht aus Uebereilung, aus Nach-läßigkeit, oder auch absichtlich ein Druckfehler sich eingeschlichen ha-ben. Mclanchton klagte, die Ausgaben seien dem übcrgcbcncn Ori-ginal nicht gemäß. Von welcher Seite, ob von protestantischer,oder auch von katholischer Seite die obigen Ausgaben durch Buch-händler befördert, und ob sie um diese Zeit mit einer aus derReichskanzlei ausgefertigten Abschrift vergliche» worden sind, hier-über geben die Scribcntcn keine AnSknnft, auch findet man nicht,daß von katholischer Seite gegen die obigen Ausgaben Einrede ge-schehen sei. Melanchton veranstaltete nun auch eine Ausgabe mitder Apologie, die ohne Zweifel mit Wissen oder auch mit Geneh-migung, wen» nicht auf Befehl des Churfürsten von Sachsen, nochwährend des Reichstages gedruckt wurde. Aber Melanchton selbsthat in dieser Ausgabe den Original-Tert nicht ganz rein gelassen.Nicht lange darnach, noch in demselben Jahre, besorgte er schonwieder eine neue Ausgabe, worin er seiner Verfeinerungsfederwieder freies Spiel gelassen, und neue Veränderungen vorgenommen