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Der Reichstag von Augsburg im Jahre 1530 und die Aeusserung des Herzogs Wilhelm von Bayern und des Bischofs Christophorus von Stadion von Augsburg, bezüglich der lutherischen Bekenntnißschrift : veranlaßt durch den Katechismus der evangelischen Kreissynode Duisburg ; eine geschichtliche Untersuchung
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Bucers Lehre ganz klar und entschieden ausgedrückt. Dies Gutachtenist zwar wieder nicht in allen Ausgaben ganz gleichlautend, undBrctschneider bemerkt, daß die Ausgaben von der in der BibliothekzuQuelpherbpt aufbewahrten Handschrift verschieden seien alleindiese Verschiedenheit bezieht sich doch nicht auf die Lehre vomAbendmahl. In diesem Gutachten sagt er lVro. 4:Deswegensetzen wir die wahre und wirkliche Gegenwart des Leibes Christimit dem Brode;" und Xra. 4:Wir lehren, daß der Leib Christiwahrhaft da sep mit dem Brode oder in dem Brode." Nachdieser seiner Meinung änderte er nun auch den zehnten Artikelder Augöburgischen Confession in der Ausgabe, die er im Jahr1540 zu Wittenberg veranstaltete. Es lautet darin so:Vondem Abendmahl des Herrn lehren sie, daß mit dem Brode undWeine der Leib und das Blut Jesu Christi denen, die im Abend^mahl es essen, wahrhaft gegeben werde." So wurde also durchdie Consecration das Brod und der Wein nicht verwandelt, sondernder Leib und das Blut Christi kam in das Brod und in denWein. Es konnte nicht fehlen, daß diese Verfälschung vonkatholischer wie auch von lutherischer Seite gemerkt und gerügtwurde. Von katholischer Seite war vr. Eck wieder der erste, derden Melauchton auf dem Convent zu Worms 1541 zu Rede stellte,aber Melauchton wich aus. Man hat Ursache zu glauben, daßLuther selbst von dieser Veränderung wußte, vi. Eduard Köllnergiebt zu, daß Luther die Veränderung vorher gekannt, ehe sie inDruck erschien, aber ihr nicht die Bedeutsamkeit beigelegt habe,welche man ihr später gab, und die sie auch im Sinne Melanchtonswirklich haben sollte.Allein selbst viele Gelehrten der lutherischenKirche zeigten ein Mißfallen ob dieser Abänderung und bildetenim Lutherthum selbst eine Opposition gegen Melauchton, worüberer sich in seinen Briefe» bitter beklaget. Noch schärfer rügten dieKatholischen solche Abänderungen in den wichtigsten Punkten derübergebencn Glaubensschrift; man ließ auch nicht unbemerkt, daßnach dem aufgestellten Lehrsatze, wo der Leib mit dem Brodevereiniget wird, die Lutheraner auch das Brod mit dem Leibeanbeten müßten. Melauchton wurde also von zwei Seiten hartgedrängt, und so war er gezwungen einen Schritt weiter zu thnn.Die Confession wurde von Neuem vorgenommen und geändert.

>) etief. II, 2ZS.

0 Symbolik der lutherischen Kirche S. 239.