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Der Reichstag von Augsburg im Jahre 1530 und die Aeusserung des Herzogs Wilhelm von Bayern und des Bischofs Christophorus von Stadion von Augsburg, bezüglich der lutherischen Bekenntnißschrift : veranlaßt durch den Katechismus der evangelischen Kreissynode Duisburg ; eine geschichtliche Untersuchung
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und die katholischen Theologen, denen die Prüfung der Confessionübertragen worden war, nahmen diesen Artikel nach dem klarenWortansdruck an. Sie sagen:Der Zehnte Artikel hat keineBedcnklichkeit in den Worten, wenn sie gestehen, daß in demAbendmahl, nach gehörig geschehener Consecration, wesentlich undwahrhaft gegenwärtig ist der Leib und das Blut Christi, wennsie nur glauben, daß unter jeder Gestalt der ganze Leib gegen-wärtig ist, daß nicht minder das Blut Christi unter der Gestaltdes Brod's durch Begleitung (tlonaomiluntinm) als unter derGestalt des Weins sei, und unigekehrt. Sonst wäre der LeibCbristi im Abendmahl todt und blutlos, wider des hl. PauluöAusspruch: weil Christus, nachdem er von den Tobtenauferstanden ist, nicht mehr stirbt; Rom. VI. 9. DochEins werde noch als zu ihrer Confession sehr nothwendig beigefügt,daß sie mehr der Kirche glauben als Einigen, die anders falsch lehren,durch daS allmächtige Wort Gottes werde bei der Consecrationdes Abendmahls die Wesenheit des Brods in den Leib Christigeändert, denn so ist in dem allgemeinen Concilium im Lateraneinschieben worden, tl. rin.nlitor rle siiiun trinil. et ticke eutlnck.Man lobe sie also, daß sie die Capharnaiten, welche die Wahrheitdes Leibes und Blutes unsers Herrn Jesu Christi im Abendmahlläugnen, verdammen/'

Der katholische Ausschuß, wie auch der Kaiser, glaubte also,der zehnte Artikel der Confession über das hl. Abendmahl stimmein so weit mit der katholischen Lehre übcrein. Sie konnten umso weniger daran zweifeln, als Melanchton kurz zuvor ein Buchunter dem Titel: Etliche Sprüche der alten Väterherausgegeben hatte. In dem an Frid. Miconius gerichtetenVorworte (kipiKtoln nunouputorin) dieses Buches sagt er:Essind auch andere Ursachen, warum ich die Zeugnisse der Alten nichtverachte. Ich halte dafür, die Kirche halte das gemeinlich, wasdiese geschrieben haben. Von der gemeinen Meinung der Kircheabweichen, ist gar nicht vorsichtig. Einige kommen mir sehr stumpfvor, daß wir in den Worten des Evangeliums: Dies ist MeinLeib, keine Metaphora erblicken, und nicht erkennen, daß wirdurch Annahme einer Metaphora uns von unendlichen Fragen

') Kententiae veterum «li^uot Koriptvl'um äe elen« äeinini bona, liäeroeit«tkv. Wittenberg«: 1530.