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hatte. Diese Ausgaben waren lateinisch; im folgenden Jahre 1531erschien dann auch eine deutsche Ausgabe. Selbst viele Protestan-ten waren mit den von Melanchton unternommenen Veränderungenhöchst unzufrieden, weil dadurch das Ansehen der Confession geschwächtwürde, auch Melanchton dazu keinen Austrag von den protestan-tischen Ständen hatte. Aber Melanchton scheint die Confession alssein eigenes Werk betrachtet zu haben, und glaubte sich befugtdaran zu ändern, wie er es für dienlich fand. Er fuhr daherauch in den folgenden Jahren fort, zu ändern, oder wie er sagte,zu bessern. Daher kam es, daß die Ausgaben so verschieden waren,daß Protestanten und Katholiken klagten, man fände beinahe keineAusgabe», die sich ganz gleich wären. Diese vielfältigen Ver-änderungen gaben zu vielen gelehrten Untersuchungen und Strei-tigkeiten Anlaß, die wir hier übergehen können, indem von katho-lischer Seite dieselben der gelehrte Bischof Bossuet in seinemWerke über die Veränderungen der protestantischenKirchen, wie auch I.o INnt 'I5»n. II. umpliss. Ockleet. mon»-munt. und von protestantischer Seite unter andern Ilr. EduardKöllner: Symbolik der Lutherischen Kirche hervorgehobenhaben. Die Lutherischen wollen behaupten, diese verschiedenen Ver-änderungen beträfen nur die Form, nicht den wesentlichen Inhalt;allein diese Ausflucht wird durch den Vergleich der Ausgaben leichtzurückgewiesen; denn in der Ausgabe, welche bei dem Reichstagezu Regensburg im I. 1540 durch Georg Rh au erschiene», istbeinahe kein einziger Artikel mehr ganz gleichlautend mit den Aus-gaben vom I. 1531. Als Beispiel führen wir nur den 10. Artikelvom Abendmahl an.
In der zu Cöln durch den gelehrten Andreas Fabritius,Doetor der Tbcologie zu Löwen, nach dem im Reichsarchiv befind-liche» Orginal im Jahr 1573 besorgten Ausgabe mit den Varianten,die vi. I.e vl.rt a. a. O. hat abdrucken lassen, wie auch in derdurch de» Grafen Leopold von Kollonitsch, Bischof zu Neustadt,im I. 1681 zu Wien aus der dortigen Bibliothek in 4to heraus-gegebenen vierfachen Edition lautet der 10. Artikel also: „VomAbendmal des Herrn wird also gclerct, das warer Leib und BlutEbristi wahrhaftiglich unter der Gestalt des Brots und Weins imAbciidmal gegenwertig sey, und da ausgeteilt und genominen wird.Derhalben wird auch die gcgcnlere verworfen." — Der Kaiser