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eitle Distinctionew oder Abschweifungen, sondern bei jeder Streit-sache ging er auf den Hauptpunkt zurück; ganz vertraut mit dergöttlichen Institution der Kirche und mit dem katholischen Glau-benssyflem wußte er, daß es nicht in der Macht des Papstes, nichtin der Macht der Hierarchie, noch vielweniger in der Macht einesPrivatgelehrten stehe, über göttliche Wahrheit zu unterhandeln, odervon dem Glaubenspfande, welches der göttliche Erlöser seiner Kirchezu bewahren anbefohlen hat, einen Nagelbreit abzugeben. Er standdeswegen wie eine Säule fest. Er war ein Meister in der Dis-puiirkunst. Er war der erste, kaum 33 Jahr alt, der die Thesesdes Luther angriff und widerlegte. Durch die zu Freiburg, Tübin-gen, Ingolstadt, Wien und Bologna mit großem Bcifallc gehaltenenDisputationen hatte er sich einen so großen Namen erworben, daßder Kaiser und Papst ihn in den wichtigsten Angelegenheiten gebrauch-ten. Von Rom hatte er die päpstliche Vedammungs- und Bann-bulle gegen Luther nach Wittenberg überbracht, wodurch er dasFeuer einer ewigen Feindschaft in Luther anzündete.
Man will behaupten H, Eck und Luther seien beim Anfangeder Reformation Freunde gewesen, und nur aus Privatinteresse,nicht aus Ueberzeugung habe Eck sich von Luther getrennt und ge-gen ihn gekämpft. Woher will man dies schließen? Ecks ganzerEharacter widerspricht dieser Assertion, die nur aufgestellt wird,um die Neformationsversuche zu beschönigen. Wenn Eck anfangsden Luther als seinen Collega freundlich, besonders i. I. 1519 zuAugsburg, behandelte, so war er weit entfernt, seine Neuerungs-sucht zu billigen, vielmehr suchte er solche in ihm zu mäßigen undihn selbst auf der rechten Bahn zu halten. „Eck ging gar freund-lich mit Luther um, so erzählt Ulenberg°), als sie sich zu Augs-burg unterrcdcten, und er war es, der den Vorschlag machte, miteiner Disputation einen Versuch anzustellen, ob der Sturm durchgegenseitigen Austausch der Meinungen und Gründe gestillt wer-den könnte, damit der Kirche kein größerer Nachrhcil aus jenenStreitigkeiten erwüchse." Dies Verfahren Ecks gegen Luther beim Aus-bruche der Reformation ist allerdings geeignet, Ecks redlichen Charakterund innere religiöse Ueberzeugung vollkommen zu rechtfertige».
9 Vergl. tu-, Carl Ha^en a. a. O.
9 Geschichte der Reformation I. S. Ztt.