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Der Reichstag von Augsburg im Jahre 1530 und die Aeusserung des Herzogs Wilhelm von Bayern und des Bischofs Christophorus von Stadion von Augsburg, bezüglich der lutherischen Bekenntnißschrift : veranlaßt durch den Katechismus der evangelischen Kreissynode Duisburg ; eine geschichtliche Untersuchung
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redest. Wiewohl ich daher gern unsere Sache dir emphohlen undmeine Meinung über die ganze Angelegenheit eröffnet hätte, damitdu desto besser erkennen mögest, daß ich den Frieden suche, sohatte ich doch gewisse Gründe, eine Unterredung mit dir nicht zubegehren. . . . Empfange doch vorerst meinen verbindlichsten Dank,daß du bis hierhin die gewaltsamen Rathschläge für die Schützungder (katholischen) Meinung abgewiesen hast." >) Er glaubt ferner,ihn versichern zu dürfen, daß nicht alle, die zu Luthers Partheigehören, böse und gottlose Menschen seien. Er möge auch glauben,daß er (Melanchton) sehr wünsche die Macht der Bischöfe, wennder Friede hergestellt sei, aufrecht zu erhalten, jawir haltendafür, die bischöfliche Gewalt sei der Kirche sehr nützlich. Ew.bischöfl. Gnaden wollen also dahin wirken, daß wir, die wir unsnicht weigern zu gehorsamen, erhalten werden." Dann sagt Me-lanchton:Ich weiß, was für Meinungen, was für gefährlicheLehrsätze Einige verdeckt halten, um sie gelegentlich vorzubringen."Würde Melanchton eine solche dcmüihige Sprache an den Bischofvon Augsburg geführt haben, wenn derselbe öffentlich in deinFürstenrache nach der obigen Darstellung für die lutherische Lehregesprochen hätte? Das Schlagendste von Allem ist aber wohl,daß die Katholischen am 10. August gerade °) den Bischof vonAugsburg zu dem geheimen Ausschuß zur Vermittelung der Strei-tigkeiten mit den Theologen Ioh. Eck, Conrad Wimpina und Joh.Cochlaus gewählt haben. Würden die Katholischen so großes Zu-trauen in den Bischof Christophorus haben setzen können, wenner am 6. August in dem Fürstenrathe sich so gut lutherisch ausge-sprochen und mit dem Erzbischof von Salzburg so disputirt hätte? Wirwissen aber auch, daß der Bischof Christophorus in dem engen Aus-schüsse mit den Lutherischen sich nicht verständigen konnte. Unter denArtikeln, worüber der enge Ausschuß sich nicht verständigen konnte,waren gerade auch diejenigen, worüber der Augsburger Bischof am6. August so günstig für die Lutherischen gesprochen haben soll.

) Uretsolmeid. Lorg. Idefarmat. II, 273.

2) Der erste Ausschuß, welcher am 7. August zusammen trat, bestand aus17 Mitgliedern, worunter der Bischof von Augsburg nicht war; der zweiteengere Ausschuß, welcher, wie Sleidan angiebt, Isibus ^uxusti, de» tt. Au-gust, gewählt worden, bestand aus vierzehn Mitgliedern; unter diesen war derBischof von Augsburg von katholischer Seite der erste.