Druckschrift 
Der Reichstag von Augsburg im Jahre 1530 und die Aeusserung des Herzogs Wilhelm von Bayern und des Bischofs Christophorus von Stadion von Augsburg, bezüglich der lutherischen Bekenntnißschrift : veranlaßt durch den Katechismus der evangelischen Kreissynode Duisburg ; eine geschichtliche Untersuchung
Entstehung
Seite
31
Einzelbild herunterladen
 

S4

ligcn von ihnen gänzlich verworfen und umgestoßen. Der Bischofversetzte: Die Anrufung der Heiligen sei kein Glaubensartikel,und die katholische oder christliche Kirche werde von den Luthera-nern keineswegs angefochten, sondern nur die Mißbrauche, derenso viele, so grobe und so gefährliche in der römischen Kirche vor-handen wären,'daß sie niemand leugnen könne. Endlich aberlegte sich der Churfürst Albrecht zu Mainz ins Mittel, und batdes Streites ein Ende zu machen, und vielmehr dabin zu trachten,wie die vielen Mißbräuche abgestellt und ein allgemeiner Friedeim römischen Reiche getroffen und erhalten werden könne."

Man müßte doch gar kein kritisches Auge haben, wenn manin der Darstellung dieses Disputes, der am (!. August in demFürstenrathe vorgefallen sein soll, die lutherische Einkleidung nichtgleich wahrnehmen könnte; die gewiß nicht erbaulichen Persönlich-keiten und gehässigen Vorwürfe, die zu der Verhandlung nichtdienten, die unkatholischen Ausdrücke, als: abgöttischen Miß-bräuche ze. verrathen gar bald den eigentlichen Urheber. Warumhaben die katholischen Scribenten, die auch zu Augsburg waren,den Sitzungen beiwohnten, auch Augen und Ohren hatten, vonallen diesen Vorfällen nichts bemerkt? Auch Melanchton scheintnichts von denselben gewußt zu haben, denn unter dem nämlichenDatum 6. August berichtete er an Luther, was vorgefallen sei,ohne etwas von dem Bischof zu Augsburg einfließen zu lassen,welches um so zweckmäßiger gewesen wäre, da er unterin 27.Juni an Luther geschrieben hat:Wir werden durch die Gesin-nungen des Mainzer, AugSburgcr und Braunschweiger unterstützt,diese streiten nicht sehr." ') Und doch sagt Melanchton in demBriefe an Luther:Alles, was uns betrifft, hast du." ^ DieAbgeordneten der Stadt Nürnberg, die auch am nämlichen Tageeinen ausführlichen Bericht an ihren Senat über das, was vor-gefallen war, abstatteten, melden auch nichts davon. Melanchtonschrieb am 13. August an den Bischof zu Augsburg auch in solchenWorten, die zwar auf eine gemäßigte aber keineswegs lutherischeGesinnung hindeuten.Ich vernahm schon früher, daß du inden Berathungen über die kirchlichen Controvcrsen sehr gemäßigt

Snklevamue sententiis INoxuetiiii, ^uKustnni et IZi'uiiivixii, N0l,»eIii vnläe puxnent.

2) linkes »ostee omni,-». INetselineidei- vui>>. IteU II. 254.