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Der Reichstag von Augsburg im Jahre 1530 und die Aeusserung des Herzogs Wilhelm von Bayern und des Bischofs Christophorus von Stadion von Augsburg, bezüglich der lutherischen Bekenntnißschrift : veranlaßt durch den Katechismus der evangelischen Kreissynode Duisburg ; eine geschichtliche Untersuchung
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Ätz

Soll sich auch nach angehörter Confession dieser Meinung habenlassen vernehmen:Ich sehe selbst gern eine Reformation derMeß, und eine Freiheit in der Speise und andern Menschcnsatzungcn,ja eine ganz solche Beschaffenheit unsers Standes, wie ich voneuch höre: aber daß ein einziger Mönch uns alle reformiren will,ist nicht zu dulden." Säubert hat ohne Zweifel dies aus demBriefe des Just. Jonas gezogen, nur aus dem Seinigen einge-schaltet: wie ich von euch höre. Luther hat dies nun weiteram 6. Juli an Hausmann geschrieben, was Jonas ihm mitge-thcilt hat.

Von dem Herzog Wilhelm von Baiern ließ man sich, wieSaubert puZ. 167 meldet, erzählen:Herzog Wilhelm von Baiernals er meins Gncdigsten Herrn des Churfürsten zu Sachsen undder andern Fürsten, sein Chfln. Gnaden im Evangelien anhengigbekcnntnis gehört, hat er mein Gnedigsten Herrn freundlich ange-sprochen, und do er hepm kummen, sollen gesagt haben: So Habman ihm vor nicht gesagt von dieser Sachen und lere." Ans eineandere Art erzählt dies Spalatin in seinen r^nnui. 'i'uni. Vl. p.156 woraus es Coclestin, Seckendorf und andere anführen.Man sagt nochmaln, auch etliche Bayern selbst, daß HerzogWilhelm von Bayern zu I)r. Ecken gesagt habe: Man hat mirviel anders von des Luthers Lehr gesagt, dann ich in ihrem Be-kanntlich gehört habe. Ihr habt mich auch wohl vertröst, daß ihrLehr zu widerlegen sey: da habe !)r. Eck gesprochen: Mit denVätern getrau ichs zu widerlegen, aber nicht mit der Schrift,darauff sich Herzog Wilhelm von ihm gewandt." Hierzu liefertnun Rosin in der Lebensbeschreibung des Churf. Johann denZusatz aus Luther:Es habe Herzog Wilhelm diese Worte hinzu-gethan: So hör ich wol, die Lutherischen sitzen iu der Schrift,und wir Pontificii darneben. Ist also vermuthlich diese Rede auseinem Herzen geflossen, welches nicht wenig verändert worden."

Nachdem wir hier die Quellen, woraus die evangelischeK reissynode zu Duisburg die Aneedote beim Schluß ihres Kate-chismus über die U n t er sch e id un g slehr en geschöpft hat,aufrichtig mitgetheilt haben, wird jeder nicht ganz beschränkterLeser von selbst urtheilen können, daß das Ganze nicht geschichtlicheWahrheit, sondern nur bloßes Gerücht ist. Die Berichterstatterselbst bedienen sich überall der Ausdrücke: sollen, man sagt,