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Der Reichstag von Augsburg im Jahre 1530 und die Aeusserung des Herzogs Wilhelm von Bayern und des Bischofs Christophorus von Stadion von Augsburg, bezüglich der lutherischen Bekenntnißschrift : veranlaßt durch den Katechismus der evangelischen Kreissynode Duisburg ; eine geschichtliche Untersuchung
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drücke zu mildern und das Ganze so zu feilen, daß es den katho-lischen Ohren empfänglicher würde. Schon unter dem 11. Mai schriebdavon der Churfürst von Sachsen von Augsburg aus an Luther:Nachdem ir vnnd andere vonscr gclerten zu Witenberg auf vonsergcnedigs gespnnen und bejer die artigkcl, so der Religion halbenstreitig seind, Inn verzaihnus bracht, Als wollen wir euch nichtbergen, das itzt alhic Magister ') Philippus Melanchton dieselbenweiter übersehen und In ainen form gezogen hat, die wir euchhiebet) übersenden." Auch Melanchton schrieb in dem eben erwähntenBrief vom 22. Mai an Luther, daß er täglich vieles ändere,nicht nur in der Form und im Ausdrucke, sondern in der Sacheselbst. Denn er setzt gleich hinzu:Den Artikel über die Gelübde,weil er allzu klein war, habe ich wegfallen laßen und dafür einengrößern von diesem Gegenstände gcsetzet." Und noch lange nachher,als das Bekenntniß schon abgelesen worden war, bemerkt er demJoachim Camerarius:Ich habe tagtäglich daran geändert undverfeinert, würde noch mehr geändert haben, wenn es die übri-gen Räthe zugelassen hätten, nach meinem Urtheile ist die Schriftnicht zu gelind, ich fürchte vielmehr sehr, man stoße sich an unsereFreiheit."-) Es ist also gewiß, daß die Bekenntnißschrift, auchnachdem dieselbe von Luther am 15. Mai die Genehmigung erhaltenhatte, mehrmal bis zum Tage der Ablesung auf dem Reichstagegeändert worden ist. Melanchton wird man deshalb als deneigentlichen Verfasser derselben ansehen müssen, und obschon dieandern protestantischen Stände auch dergleichen Bekenntnisse vonihren Theologen hatten abfassen lassen, so scheinen sie doch dervon Melanchton abgefaßten Schrift den Vorzug gegeben zuhaben. Dies bezeuget auch Camerarius in der LebensbeschreibungMelanchtons.

Am 13. Juni war der Kaiser in Augsburg angekommen,und hatte am 20. den Reichstag eröffnet. In der Sitzung am24. verlangte der Churfürst von Sachsen, dem sich die andernprotestantischen Fürsten angeschlossen hatten, die Erlaubniß, dasGlaubensbekenntniß, welches sie in lateinischer und deutscher Sprachefür den Reichstag hätten abfassen lassen, in öffentlicher Sitzungabzulesen. Der Kaiser wollte, die Schrift sollte ihm übergeben

>) Bei liretsotinoiäor Corp. keformiet, xiex. 47.

Bei Lretsoiineicker Corp. Hekormat. II. 140.