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Der Reichstag von Augsburg im Jahre 1530 und die Aeusserung des Herzogs Wilhelm von Bayern und des Bischofs Christophorus von Stadion von Augsburg, bezüglich der lutherischen Bekenntnißschrift : veranlaßt durch den Katechismus der evangelischen Kreissynode Duisburg ; eine geschichtliche Untersuchung
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nach Torgau, um dort gemeinschaftlich ein solches Glaubensbekenutnißzu entwerfen, welches dann auf dem Reichstage als Grundlageder Unterhandlung dienen sollte. Der Termin, der 20. März,an welchem ihm das Glaubensbekenutniß cingehändigct werdensollte, war für eine so wichtige Glaubcnssache zu kurz, und dasBekenntnis; konnte erst im folgenden Monate vollendet werden; eseilte aber auch so sehr nicht, weil der Kaiser noch in Italien ver-weilte. Der Churfürst hatte die Arbeit der Wittenberger Theologendem Luther zur Prüfung zugesendet, der sie geheim gehalten.

Luther hatte beim Anfange dieses Jahres seinen kleinen Ka-techismus für den Unterricht der Kinder herausgegeben, der zugleichals eine Glaubensregcl angeschen werden konnte. Derselbe enthieltaußer den zehn Geboten das Gebet des Herrn und das aposto-lische Glaubensbekenutniß, worin er manche Stelle jetzt anderserklärte, als er vor zehn Jahren gethan hatte, dann die Lehrevon zwei Sakramenten; die übrigen rechnet er unter die Kirchen-Ceremonien. Nicht lange darnach erschienen auch Luthers Glau-bensartikel, die zum Theil schon zu Schwabach entworfen, jetzterweitert worden waren. Von katholischer Seite hatten die Theo-logen Conrad Wimpina, Joh. Mcnsing, Wolf. Nebdörfer undRupert Elgersma gegen Luthers Bckenntuiß einen kurzen Unter-richt für die Katholiken herausgeben; sie gehen Luthers Artikeldurch, und wo dieselben von der alten kath. Lehre abweichen,widerlegten sie dieselben.

Der Churfürst von Sachsen hatte den 3. April Torgau ver-lassen, um seine Reise nach Augsburg anzutreten, wo er am 2.Mai eintraf. Zu seinem Gefolge gehörten außer vielen Adclichendie protestantischen Theologen Justus Jonas, Georg Spa-ll a t i n und Philipp Melanchton. Luther hatte den Churfürstenbis Coburg begleitet, wo er in der Ehrenburg zurückblieb, weiler wegen des Wormser Edicts auf einem Reichstag nicht erscheinendurfte. Der Kaiser Carl mußte länger in Italien verweilen, alser früher beabsichtigte, und konnte erst im Juni nach Augsburggehen. Die Zwischenzeit benutzte Melanchton, um dem zu Torgauangefertigten Bekcnntniß eine bessere Gestaltzu geben, die Aus-

I Melanchton schrieb de» 12. Mai an Luther: Anbinde enim muwndisunt hartiouli) et nd ovenssionos noeomniodiendi. Bei Lretselineider Dorp.Ilelurmat. II. Lg.

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