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richt übergaben, wornach sie die Pfarre verwalten, lehren undhandeln sollten. Seckendorf und andere Protestanten berichten,man habe Niemanden zn der Annahme dieser Artikel gezwungen,doch meldet er, daß an verschiedenen Orten neue Pfarrer bestelltworden, weil die bisherigen nntanglich schienen, nämlich im Sinneder lutherischen Visitatoren. Dagegen berichtet Joh. Cochläns,man habe die katholischen und jene, so sich weigerten, die neueOrdnung anzunehmen, fortgejagt, die allzuheftigen Lutheraneraber habe man gesucht zu besänftigen. H Die Kosten für dieseVisitationen mußten die Gemeinden bestreiten, die nach dem Be-richte des Cochläns viel höher waren als sonst bei den frühcrnVisitationen der Archidiakonen. — Die Katholiken, besonders dieKloflcrgcistlichcn, um sich gegen die Verfolgungen sicher zu stellen,beriefen sich ans den Reichstag; der Bischof von Bamberg Wigandwie auch der König Ferdinand protestirten förmlich gegen dieseVisitationen, die gegen die Neichsgesetze nur deshalb angestelltworden, um das Lutherthum zu verbreiten und den Katholicismuszu verdrängen; allein diese Protestationen hatten wenig Erfolg.Der Rath von Nürnberg gab zwar dem Bischof von Bamberg inder Antwort die Versicherung, die bischöflichen Rechte sollten durchdiese Visitationen nicht gekränkt, auch keiner gezwungen werden,die Reformation anzunehmen, aber die Handlungen entsprachennicht den Worten. Auch unter den Lutheranern hatten weder dieSchwabacher Artikel noch der Visitations-Unterricht, obschon Lutherhierzu eine Vorrede gemacht hatte, eine feste Einigkeit in ihrenLehrsätzen hervorgebracht, natürlich weil die Häupter mit sich selbstin dieser Sache noch nicht ganz einig waren.
Da die Katholiken in den Landen der protestantischen Fürstenbei den Visitationen, wie wir gehört haben, sich durch das WormserNeichsedict zu schützen und gegen die neue Lehre zu verwahrensuchten, so boten diese Fürsten alle Mittel auf, dieses Edict zuannnlliren. Sie hatten deßhalb schon Einleitungen getroffen aufder Versammlung zu Nürnberg. Da aber in dem Jahre 1529ein neuer Reichstag zu Speyer angesagt war, so glaubten sie, einewillkommene Gelegenheit zn finden, diesen ihren Plan zu bewerk-stelligen, besonders da Kaiser Carl in eigener Person diesem Reichstage
In «NM fnui-mnl») Lvxelinnt Lktlwüoos sut retuotnntes exi>LtIe>iniit.I. vt. »>I nnn. 1588.