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Der Reichstag von Augsburg im Jahre 1530 und die Aeusserung des Herzogs Wilhelm von Bayern und des Bischofs Christophorus von Stadion von Augsburg, bezüglich der lutherischen Bekenntnißschrift : veranlaßt durch den Katechismus der evangelischen Kreissynode Duisburg ; eine geschichtliche Untersuchung
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Lehrsätze zu verkündigen, wobei auch jeder sich auf das reineWort Gottes bezog. In der großen Rede, die der sonst sogemäßigte Melanchton unter dem falschen Namen Didymus Tra-vcntinus gegen Thomas Placentinus für den Luther im Jahr 1521herausgab, schändet und schimpfet er eben so meisterlich, wie Luther,auf die katholische Kirche, auf die großen Lehrer derselben. Vondem hl. Thomas von Agni» und dem Johannes Dans sagt er:OunI Ine eommenti sink et slolieiiis i8te ^gninas et 8eotus,vir Ime nomine lonLso «liAnissimus ')Was haben hierüber(über das hl. Meßopfer) nicht ansgesonnen der dumme Thomasvon Aguin und der Schotte, ein Mann ganz dieses Namenswürdig." Eben so heftig äußerte er sich gegen die Zwinglianer.Seinen Luther zog er allen Lehrern der Vorzeit, einem Augustin,Hieronymus, Gregor von Nazianz, vor Die damals ange-sagten und üblichen Disputationen und öffentlichen Collognienwaren nicht die geeigneten Mittel, um der Wahrheit ihr Recht zuverschaffe» und die Verirrten zu überzeugen. Man disputirte aufeine gelehrte Weise, ohne eine definitive Entscheidung zu gewinnen,weil es an einem unfehlbaren Schiedsrichter fehlte, und am Endebehauptete jede Parthei für sich den Sieg. Die Disputatorengingen mit ihrem Anhange heftiger auseinander, als sie zusammen-getreten waren. Dabei fehlte es nicht an Gerüchten, Tageserzäh-lungcn oder Erdichtungen, womit bald die eine, bald die andereParthei beschwärzt wurde.

Es ist bekannt, daß später Carlstadt mit Luther und Melanch-ton sich übcrworfen hat, weil er sich, besonders in Betreff derAbendmahlslehre, zu der Meinung der Zwinglianer hinneigte; erflüchtete sich auch nach der Schweiz, hatte aber mit den dortigenNeuer» nichts weiter gemein, als daß sie gegen Luther unddessen Anhänger schrieben ^). Die religiösen Streitigkeiten ver-mehrten sich überhaupt um diese Zeit mit jedem Tage. Fast injeder Provinz, in jeder Hauptstadt erhob sich ein neuer Neligions-vcr besserer, der seine Paradorien als das reine WortGottes darbot. Zu Worms am Rhein predigte mit der Bibelin der Hand ein gewisser Jakob Kauz eben so heftig gegen

Bretschncider ttoi'p. lieformator. I. 312.

2) lisivsl. »ä Ksnrlati», bei Brctschncidcr (1or>»i« Iteformator. I. 270.2? Bergt. I. I. Herzog. Das Leben I. OekolampadS. Basel. 1843. S. 316.