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Führer durch das Städt. Museum für Vor- u. Frühgeschichte im Bayenturm zu Köln : nach d. Bestande vom 15. Okt. 1930
Entstehung
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3. Museum und Heimatpflege.

Neben dieser Förderung der Allgemeinbildung ist das Museumfür Vor* und Frühgesdiichte bedeutsame Pflegestätte der Heimatliebeund des darauf fußenden vaterländischen Bewußtseins.

Unter den Sammlungen nehmen naturgemäß die Bodenfunde derengeren Heimat eine bevorzugte Stellung ein. Schon durch die Art derAufstellung und die beigefügten Erläuterungen übersichtlich, muß dochdas lebendige Wort bei der Einführung hinzukommen, sowohl wasdie Jugend wie auch Erwachsene anlangt. Dadurch wird Überblidc undKenntnis der heimischen Vorgeschidite gewonnen, zunächst ganz all*gemein im Rahmen der großen Entwicklungsabschnitte der Menschheit.Denn, wie schon angedeutet, schlummert in jedes Menschen Brust dergeheimnisvolle Drang, von Vergangenem, Früher=Geschehenem zuhören, aber einem Vergangenen, zu dem man in Beziehung steht,dessen Gegenwart man bildet. Um die Wahrheit dieses Satzes zu er*kennen, muß man nur die leuchtenden Augen der Kinder gesehenhaben, wenn sidi in Gesellschaft Erwachsener das Gespräch auf ge*storbene Personen des Heimatortes oder frühere Ereignisse daselbstwendet, wie die Kinder sich herandrängen, wie sie ihr Spiel vergessen,wie sie mit ganzer Seele dabei sind!

Die also durch Funde und Wort empfangenen Eindrüdce werdenverstärkt durch planmäßige Wanderungen zu solchen Orten, an wel*chen sich sichtbare Zeugen der Vergangenheit vorfinden. Geschiehtdies auf rechte Weise, werden die Eindrüdce unvergessen fürs Lebenund helfen mit, Heimatliebe zu erwedcen und zu stärken. Gerade siezu pflegen, ist als eine der Hauptaufgaben unserer Zeit anerkannt,sodaß es sidi erübrigt, hierauf näher einzugehen. Doch eine wichtigeErwägung soll nicht übergangen werden. Wohl sagt man:Nur wasman kennt, liebt man,- aber die LImkehrung stimmt nicht immer.Noch lange nicht wird das geliebt, was man kennt. Kenntnis alleinvermag nicht Liebe zu erzeugen, was doch nach dieser Hinsicht dieHauptsache ist und bleiben wird. Sie bildet oft genug nur Grundlage.Jede Kenntnis der Heimatvorzeit muß also mit der Weckung des Ge*fühles der inneren Zusammengehörigkeiten mit den vergangenenZeiten verbunden sein.

Wie LIniversitätsprofessor R. R. Schmidt*Tübingen in seinerSchrift ausführt, sind die Grundlagen unserer Kultur und Geistes*entwidcelung, nicht allein durch die Forschung der geschichtlichen zweiJahrtausende zu erschließen, sie gehen zurück auf unsere Vorzeit.Hier liegen die Wurzeln unseres Volkes, unserer Kultur. Und weitersagt Schmidt:

Neun Jahre dringt unsere Jugend in den höheren Schulenin den Geist antiker Völker, römischer und griechischer Kulturein. Auch der Schleier der Vorgeschichte der Mittelmeerländerwird gelüftet. Troja und Mykenä erscheinen in ihrem Glanz.

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