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Führer durch das Städt. Museum für Vor- u. Frühgeschichte im Bayenturm zu Köln : nach d. Bestande vom 15. Okt. 1930
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Dagegen bleibt das vaterländische Altertum der Jugendfremd, unbekannt die uns rings umgebenden Gräber unserer Vor*»fahren, die vorhistorisdien Wohnsitzeund Werke unserer Ahnen.

Ist es nidit eine Versündigung am eigenen Geiste, dal) wirdie Traditionen unserers Stammes vernachlässigen und nur diefremden pflegen? Aus der frühesten Vergangenheit unseresVaterlandes erfährt unsercjugend nureinige historische Vorgängedurch die Geschichtssdireibung der Römer, durch die Leindeder Germanen.

Auf das Urteil derAlten, die von ihrer Kulturhöhe aufdie Randbewohnerder Rrde, dieBarbaren herabschauten,begründet sidi die bisherige Sduilmeinung über unsere eigeneVergangenheit. Diesem einseitigen Urteil sehen wir unsere künt*tigen Geschlechter wehrlos ausgeliefcrt, solange wir nidit diedeutche Vorgeschidite auf Grund unserer heimischen Boden*funde gebührend beriicksiditigen.

So Professor Schmidt. Die deutsche Vorgeschichte ist jetzt in derLage, die Kulturgüter der germanisdien Vor* und Lrühgesdiichte voruns zu enthüllen, sie uns, als einem eigenen Kulturboden entsprossen,vorzuführen, und nidit als bloße Nachahmung fremder Kulturen.

Nur die Vorgesdiidite vermag die ältesten Zusammenhänge zuerschließen und zu zeigen, wie bereits steinzeitliche, nordische Kultur*stöme ihren großen Anteil an den Grundlagen des späteren europäischenKulturgebäudes haben. Nicht nur als Nehmende stehen die Nord*europäer, und mit ihnen die Germanen, im Kreis der alten Völker,sondern als Kulturbringer, die teilhaben am Aufbau der europäischenZivilisation.

So hat die Vorgesdiidite ein ganz anderes Bild von dergermanischen Vorzeit enthüllt, als das, was wir früher aus den Schriftender germanenfeindlidien Römer uns selbst zusammengestellt hatten.Die Vorgeschidite zeigt uns die Germanen als ein vollwertiges Gliedder indogermanischen Völkerfamilie, deckt die überraschende Kultur*höhe des Germanentums schon zur Bronzezeit, also 1500 Jahre vorunserer Zeitrechnung auf, lehrt, wie die Germanen der Eisenzeitallein dem römischen Weltreich erfolgreich zu widerstehen vermochten.Die Frühgeschichte führt in die Wanderfahrten der germanischenStämme ein, wie diese ganz Europa und darüber hinaus mit germa*nisdiem Blut und Wesen von Grund auf erneuern. Daneben istsie bemüht, diese Kultur in ihrer Eigenheit immer mehr zu erfassenund aufzuhellen, das Eigene, Völkisdie, Bodenständige herauszu*finden, sodann, die verbindende Kulturübereinstimmung vor Augenzu führen, welche damals alle Germanenstämme trotz vielfachpolitischen Auseinanderstrebens zu einer großen Kulturgemeinsdiaftverband.

Daraus ergibt sich als nächste Folge der redite Gesichtswinkelzur Beurteilung der römischen Zeit, die ja in unserer engeren Heimat

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