Das Museum wurde begründet 1903 durch die Kölner Anthro»pologisdie Gcsellsdtaft, deren Vorsitzender C. Rademacher die Leitungder Sammlungen übernahm. Schon im Jahre 1906 hatten sich dieseso vermehrt, daß sie von der Gesellschaft geschenkweise der Stadtübergeben werden konnten. Diese bestimmte den Bayenturm, in dembis dahin das Völkerkunde Museum untergebracht war, für das neuePrähistorische Museum. Am 29. Juli 1907 fand die feierliche Über»gäbe starr. Sie war verbunden mit einer wissenschaftlichen Tagung,zu welcher zahlreidte und namhafte Gelehrte des In» und Aus»landes erschienen.
Im Bayenturm mußte das neue Museum von 1906 bis jetzt1930 verbleiben. Im Laufe der Jahre erhielt es zur Bezeichnungseines Wirkungskreises den Namen „Museum für Vor» und Früh»geschichrc“. Zuerst standen drei, seit 1926 vier Säle zur Verfügung.Sie reichten jedodt bei weitem nicht aus, obsdion Gänge und Nischen,jeder Raum über Schränken und Schautischen zu Hülfe genommenwurden, sämtlidie Sammlungen auszustellen. Noch bedauerlicher wardie Unmöglichkeit, eine systematisdre Aufstellung der Kulturen inihrem Zusammenhang durchzuführen. Diesem Übelstand soll derKatalog in etwa abhelfen. Er soll nidit nur weisen, was alles vor»handen ist, sondern auch, nach welcher Riditung das Museum, sei es zuwissensdtafflichen, sei es zu Bildungszwecken, benutzt werden kann.
Es ist Pflidit der Dankbarkeit an dieser Stelle allen denen zudanken, welche durch Mitarbeit und reidte Spenden den Aufbau desMuseums ermöglichten. So vor allem der Kölner AnthropologischenGesellsdtaff, die das Museum begründete und bis heran betreute.
Siebenundzwanzig Jahre hindurch ist das Museum ein Instituternster, vorgesdiichtlidierForsdiunggewesen, dabei aber auch eine Stätteder Belehrung für die Jugend und für weite Kreise der Bevölkerung.
Möge ein günstiges Geschick über dem Museum auch in demneuen Abschnitt seiner Entwicklung walten, gemäß den Worten desHerrn Oberbürgermeisters B e ck e r, mit denen er 1907 die Samm»hingen der Anthropologischen Gesellsdtaff im Namen der Stadtentgegennahm:
„So übernehme ich denn hiermit dieses neueste Kindder Wissenschaft, welches der Stadt übergeben wird, dasPrähistorische Museum, namens der Stadt als deren berufenerVertreter, mit dankbarem Herzen. Ich gelobe namens derStadt, daß es dauernd in Ehren gehalten werden soll,und daß alle Förderung, die wir bisher unserenanderen Museen, unseren anderen wissenschaftlichenInstituten haben angedeihen lassen, auch diesemMuseum in vollem Masse stets zuteil werden soll“.
Köln, 15. Okt. 1930.
C. Rademacher.
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