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Friede könnte ein falscher seyn. An deiner Buße die du thatest? Eswäre ja möglich, daß es nur eine AHabs-Buße gewesen wäre? ZurErforschung, ob deine Buße und dein Friede ächt und göttlich sey, be-darfst du wieder eines Prüfsteins. Ihre Aechtheit erhellt nur aus derHeiligkeit deines Herzens. Prüfe dich, ob du wirklich von Herzens-Grund das Böse hassest, und dem Guten anhängst. Ist es so, dannist dein Glaube ächt, denn er ist nicht ohne Werke. Erweist er sichhingegen nicht fruchtbar und thätig in der Liebe Gottes und des Gött-lichen, so sey versichert, du hast den wahren Glauben nicht. Sehetalso hier: die heiligen Gesinnungen und die guten Werke können unsals Früchte unsres Glaubens versichern. Und das ist die fünfte Ur-sache , warum sie nöthig sind.
Und die sechste? Der Katechismus nennt sie: Wir sollen, sagter, durch unser» gottseligen Wandel auch unsern Nächsten Christo unddem Evangelio zu gewinnen suchen. Ihr wißt, die Welt liegt beständigans der Lauer, ob sie an denen, die für Christen gelten, nicht einenFlecken und Makel wahrnehmen möge; und wie freuet sie sich, wenn sieGrund gefunden zu haben glaubt, bei sich zu sprechen: „Ei, sehet da,die Leute sind nichts besser, als wir auch." Damit beschwichtigt dieWelt ihr Gewissen darüber, daß sie dem Christenthum entgegen steht.„Ei, denkt sie, man sieht's ja, eine Kraft Gottes ist das Evangeliumnicht. Die Form macht's wandeln, aber nicht das Herz. Die Leutesind mit ihrem Glauben auf dem Wege des Guten kein Haarbreit wei-ter gekommen , als wir ohne ihn. Folglich kolpmt's aus Eins hinaus,ob man, wie sie sagen, zur Fahne Christi schwöre, oder nicht." Sosprechen sie in ihrem Herzen und sehen ihren Widerwillen gegen dasWort vom Kreuze reichlich entschuldigt. Aber wie so ganz anderswerden sie angefaßt, wenn ihr Blick ans Leute fällt, die, wie dieGlieder der ersten Gemeine, ihren Glauben mit ihrem ganzen Lebenbethätigen. Wenn ihnen Christen begegnen, in denen sie den Abglanzdes Schönsten der Menschenkinder nicht verkennen können; Christen,ans denen ihnen seine Demuth, seine Liebe, seme Lauterkeit und Leut-seligkeit entgegenlcuchtet. Gegen solche Erscheinungen können sie nichtmehr an. Da werden sie gezwungen zu dem Anerkenntniß, daß dasEvangelium Leute schaffe, wie keine Kunst und Weisheit dieser Erde.Da sind sie wenigstens in ihrem Gewissen genöthigt, dem Worte vomKreuze alle Ehre angedeihen zu lassen, und müssen, wie der Heilandsagt, im Anschauen solches Lichtes den Vater im Himmel preisen.Bleiben sie auch dennoch auf dem breiten Wege, so haben sie dochhinfort für ihr Nichtglaubenwollen keine Entschuldigung mehr. Mitihrem Unglauben tragen sie wenigstens einen geheimen Bann in ihrem