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würdigen Beschuldigung Anlaß gebe, als halte ich diepersönliche Heiligung zum Seligwerden nicht füreben so unerläßlich nöthig, als den lebendigenGlauben, von welchem jene nicht zu trennen ist. — DerKampf vermittelst vereinzelter, aus dem Zusammenhangherausgerissener Excerpte ist unter allen Redlichen infa-mirt. Wem vermögte man durch Anwendung solcher ge-ächteten Mittel nicht alles Beliebige anzuhängen? Um je-doch böswilligen Lästerern ein für allemal das Maulzu stopfen, erlaube ich mir, diesen Artikel schließend, nureinige Zeilen noch aus einer andern meiner gedrucktenPredigten herzusetzen:
„Die ganze Schrift ruft uns zu: „Ihr sollt gesinnet seyn, wieJesus Christus gesinnet war." Der Herr selbst spricht: „Ihr habtnicht mich erwählet, sondern ich habe euch erwählt, und euch gesetzt,daß ihr hingeht und Frucht bringet." In unserm Terte heißt es:„Gott hat euch nicht berufen zur Unreinigkeit, sondern zur Heiligung."Und die heiligen Apostel, wie empfehlen sie uns die Heiligkeit; nichtmit Worten und Ermahnungen allein, sondern noch mehr mit ihremganzen Leben und Wandel. Aber nicht darum achten wir's für nothig,(daß wir heilig werden,) weil unsern guten Werken, in Bezug aufunsre künftige Seligkeit, irgendwie eine verdienende Kraft inwohnte;eine solche Kraft haben sie durchaus nicht. Auch darum nicht, weilwir in der Meinung stünden, man könne durch einen rechten Reich-thum von guten Werken sich noch wohlgefälliger machen vor Gott.Gott tarirt uns nicht nach unsern Werken. Auch darum nicht, weilwir glaubten, unsre guten Werke machten Christum um so geneigter,mit seinen Gnaden uns zu überschütten. Ei, wie weit sind wir ent-fernt von diesem thörichten Wahn! Sondern daß wir ein heiligesLeben für nöthig halten, geschieht aus ganz andern Gründen, die wirjetzt noch näher kürzlich zu entwickeln haben.
Es sind dieser Gründe sieben an der Zahl, daß wir uns einesheiligen Wandels befleißigen. Es ist dies zuerst eine Nothwendigkeitdes Befehls: Gott gebietet so. Das ist der Wille Gottes, heißt es,nemlich: eure Heiligung. Er aber ist der Herr! Wo er gebietet, dageziemt es sich, daß die Crcatur die Hand auf den Mund lege undgehorche. Wenn weiter kein Grund vorhanden wäre zur Gottseligkeitals der, daß Gott sie begehret, es wäre schon Grunds genug, ihraus allen Kräften nachzutrachten. Denn was gibt es dringenderes