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Der scheinheilige Rationalismus vor dem Richterstuhl der h. Schrift : Resumé der Bremer Kirchenfehde
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zwar ohne mein Vorwissen, im Auslande gedruckt wurde. Ich habe das Manuscript derselben nie wieder zu Ge-sicht bekommen, und weiß somit um so weniger, ob sieüberall wortgetreu wiedergegeben ist, je bestimmter ich ver-sichern darf, daß ich mich um sie, ob sie gleich, wie ich ver-nehme, neue Auflagen erlebte, gar nicht mehr bekümmerthabe. In diesem Vortrage, zu dessen Inhalte ich michübrigens bis zu dieser Stunde freudig bekenne, findet sichnun ein Passus, über dessen Entdeckung Paniel einTriumphgcschrei erhebt, als hatte sich ihm nun endlich ein-mal eine wirkliche Bresche in meine Theologie geöffnet, undauf welchen hin er ohne Umstände die bitterböse Anklageimprovisirt, »ich verwerfe die Heiligung, und sey derKetzerei des Antinomismus zu bezüchtigen.« Die solaut bejubelte Stelle lautet also: »So sind wir (diewir mit Christo vereinigt sind) aus allem Gerichte aufewig herausgenommen, und rufen hinter un-serm großen Todten versteckt: Wer will ver-dammen! und gehen einst, wir mögen so heiligoder so schlecht seyn, als wir wollen, unmit-telbar von unserm Sterbebettlein in den Him-mel ein.« Es ist wahr, daß ich hier einen adaquatere-ren Ausdruck hätte wählen können, indem es freilich zubesorgen stand, daß die jetzige Fassung einmal früher oderspäter der Medisanye und dem Geiste der Lästerung an-heimfallen, und mit frohlockender Schadenfreude widermich werde ausgebeutet werden. Freilich mußte immerhin,wenn jener Bcsorgniß Raum gegeben werden sollte, in denFeinden der Wahrheit eine überaus große Argheitdes Herzens vorausgesetzt werden, weil ja doch, wie wirgleich sehen werden, nicht versäumt worden war, in den demfraglichen Passus vorangeschickten Erörterungen einem etwai-gen Mißverstande desselben auf das kräftigste vorzubeugen.Aber die Rechnung auf eine so rafsinirte Maliye, wie die ebenberührte, hätte sich doch nicht als eine falsche erwiesen; denn