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Der scheinheilige Rationalismus vor dem Richterstuhl der h. Schrift : Resumé der Bremer Kirchenfehde
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niel ahndet nichts von dem wesentlichen Unterschiede, derzwischen einer aus dem Eigenen Herausgebornen natür-lichen Religiosität, bei welcher der Mensch, trotz allenfrommen Scheins, doch nur sich selbst sucht, und jenerwahren Gottseligkeit besteht, die ein Werk des heili-gen Geistes ist. Warum nicht auch Bekehrungen, wiediejenige eines Ahab, eines Zauberers Simon u. s. w. denNamen achter verdienen sollten, sieht mein Gegner nichtein. Ein Verwerfungsurtheil, wie es nach Matth. 7, 22der Richter der Welt einst über Solche aussprechen wird,die mit Grunde werden sagen können: »Herr, Herr, habenwir nicht in Deinem Namen geweissagt? Haben wirnicht in Deinem Namen Teufel ausgetrieben? Habenwir nicht in Deinem Namen viele Thaten gethan?« stehtfür Paniel als ein unbegreifliches Räthsel da. So mußer auf eine betrübte Weise das apostolische Wort bestätigen»daß der natürliche Mensch von den Dingen, diedes Geistes Gottes sind, nichts vernehme;« undaus diesem Grunde ist denn freilich der Eindruck, der durchein Gerede, wie dasjenige S. 106 und 107 der U. B. inAllen, denen bewußt ist, daß vor Gott eine »neue Crea-tur« nur gelte, hervorgerufen wird, kein lächerlicher blos,sondern zugleich ein wehmüthiger und recht ernster.

Von S. 119 ' 122 folgen nun verschiedene Excerpte,in denen vorzugsweise die biblische Lehre von der Versöh-nung und Rechtfertigung behandelt wird, und welchemeinen Gegner, was freilich nicht zu verwundern, derge-stalt außer sich selbst versetzen, daß ihm, um trivial zu reden,Hören und Sehen vergeht, die Buchstaben sich confun-diren, und die Worte zu ganz neuen Satzbildungen zu-sammenlaufen. So liesst er aus dem ersten FragmenteS. 119 heraus: ich erachte den Kampf gegen die Sündefür überflüssig; und was bezeuge ich in der gottlos ver-drehten Stelle? »Daß Sünde, Welt und Teufelgründlich und mit siegreichem Erfolge nur in