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Der scheinheilige Rationalismus vor dem Richterstuhl der h. Schrift : Resumé der Bremer Kirchenfehde
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lich einen Antheil an der göttlichen Weltregie-rung?« Paniel wird's nicht in Abrede stellen können. »Wer aber verbürgt's uns, daß die fragliche Historiesich wirklich zugetragen habe?« Antwort: Ein ApostelJesu Christi, Jacobus, und der setzt noch obendreinhinzu: »Elias war ein Mensch wie wir;« und dedu-cirt aus dem miraculöscn Einzclnfall die allgemeineWahrheit,« daß das Gebet der Gerechten viel ver-möge.« Was sagt Paniel nun? Was er denkt,errathe ich; aber hier gilt's, sich zu erklären. Wie viel er-künstelten Pathos, wie manches Ausrufungszeichcn hatte beietwas mehr Besonnenheit der Mann sich sparen können!Der bangen Besorgniß übrigens, daß die »Gerechten«nun, weil ihr Gebet so wirksam sey, ohne Umstände»alle ihre Feinde zu Boden schlagen, und Feuerund Schwert über ganze Familien, Städte undLänder verhängen möchten,« wolle Paniel sich nurgetrost cntschlagen, indem er erwäge, weß Geistes Kin-der jene Leute sind (Luc. 9, 55), und daß dem Gebetdes Fleisches nirgends die göttliche Erhörung ver-heißen ward.

Einen b emitleiden s würd i g en Anblick gewährtes,wie Paniel S. 197 an einer Stelle meiner Predigten überdas Hohelied herumhandthiert, aber an dem wahren Sinne,wie unzweideutig derselbe auch für jedes erleuchtete Augezu Tage liegt, immer vorbeigreift. Ich rede dort von ei-nem falschen Christenthume, das, statt auf der Basis ei-nes neuen Lebens zu ruhen, bei Licht besehen nur die alte,eigensüchtige Natur zu seinem Grunde hat. Das verstehtaber mein Gegner nicht. Er meint, wo überhaupt nurBuße sey, gleichviel aus welchem Quell sie ströme, woAngst um's Seligwerden, wo Gebet, wo gottes-dienstlichcr Wandel, wo evangelische Einsichtund Erkenntniß, da sey auch das wahre Christen-thum, da brenne auch die rechte Liebe zu Christus. P a-