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Der scheinheilige Rationalismus vor dem Richterstuhl der h. Schrift : Resumé der Bremer Kirchenfehde
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finden, oder vielmehr, wenn sie durch uns von Gott gefundenwerden. Wie oft haben auch wir es mit Ottern und Scorpionenzu thun, wenn der Blitz unsrer Worte zündet, wenn unsre Pfeile in'sSchwarze treffen, wenn die Signalement's der geistlichen Steckbriefe,die wir von der Kanzel herab in die Versammlung werfen, aufunsere Zuhörer passen und in den Spiegeln, die wir euch vor Augenstellen, der Eine und der Andere wider Willen seine häßliche Gestalterschauen muß. Alsobald heißt es dann auch zu uns in den Her-ze» dieser Getroffenen!Hast du mich gefunden meinFeind?" und mit den bittersten Anklagen wird uns die glücklicheJagd vergolten. Nun sind wir die schadenfrohen Widersacher derMenschheit, und haben unser Vergnügen daran, die Leute ohne Nothzu ängstigen und zu quälen. Liebe und christliche Sanftmuth sind unsfremde Sachen, und ein dumpfes melancholisches Mönchsthum ist dieGottseligkeit, zu der wir der Gemeine Anleitung geben. Unsere Pre-digten ermangeln in jeder Beziehung der Wahrheit, und wimmelnvon Uebertreibungen. Anstatt das Gemüth zu erheben, und ihm eineheitere Lebensansicht einzuflößen, empören sie nur das zartfühlendeHerz, und reizen es zum Unwillen. Ueberdieß ist von Dem,was man Geist und Ideen nennt, in diesen armseligenVorträgen nicht das Geringste anzutreffen, und wemes um Belehrung zu thun ist, der wird in unsrer Kirchewenigstens seine Rechnung nicht finden. So lauten dieunbarmherzigen Sentenzen, die wir uns nun müssen gefallen lassen,und nicht selten geschieht es, daß es bei den Worten nicht einmalbleibt, und die Kritik eine thatsächliche wird. Man will es uns ent-gelte» lassen, daß wir es wagen konnten, unsre Hand an ihrenHerzensfrieden zu legen."

Ich schildre also in jenen Worten den Eindruck,den nicht »meine«, sondern biblische Predigten über-haupt auf einzelne unter den Zuhörern immer und über-all hervorbringen werden. Ich beschreibe das Bemühenmancher der Getroffenen, durch Verlasterungen derPredigten, die ihnen in's Mark geschnitten, des sie ver-klagenden Gewissens wieder los zu werden, undin der alten Todesruhe sich zu verschanzen. In welcherheillosen Weise dergleichen Menschen, die nicht Bußethun wollen, weil sie die Finsterniß mehr lieben, denn

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