Druckschrift 
Der scheinheilige Rationalismus vor dem Richterstuhl der h. Schrift : Resumé der Bremer Kirchenfehde
Entstehung
Seite
284
Einzelbild herunterladen
 

284

wahrhast ruchlos die Worte in den Mund: »Fühlen wirPietisten uns nur als solche Organe (nämlich Gottes) danndürfen wir überall, auch in der fremdesten Gemeine, wowir Malcontcnte wittern, ohne Umstand all libitum ver-fluchen!« Ich achte es unter meiner Würde, auch nurein Wort zur Widerlegung dieses eben so absurden,als verächtlichen Falsums zu verlieren! Nach S. 38soll ich mich in meiner Replik (Seite 59) auf alttcsta-mentliche Verfluchungen als auf Vorbilder fürdie Christen berufen haben. Ich bitte meine Leser nach-zusehen, ob dem wirklich also sey, und dann zu urtheilen,welches Prädikat einem Manne gebühre, den nicht einmaldie Rücksicht auf das heilige Amt, das er bekleidet, ab-halten kann, mit solchen Waffen zu kämpfen. Seite 39wird mir vorgeworfen, »ich verweile in einer meiner Be-trachtungen über das Leben des Elias mit Entzückenbei der schrecklichen Metzelei, die der Prophet unter denBaalspfaffcn anrichte.« »Mit Entzücken!« Ich möchtewissen, aus welchem Worte der allegirten Stelle sich P a-niel dieses »Entzücken« herausgelesen! »Ich beklagees,« meldet er S. 39 ferner, »daß die Welt nicht mehr inden Tagen Mosis und Elia stehe, damit auch die Baals-pfaffcn der evangelischen Kirche geschlachtetwerden könnten.« Was ich in der That und vonHerzensgrund beklage, ist das, daß sich ein Mann, derden Titel eines christlichen Seelsorgers trägt, bis zueinem solchen extremen Grade vom Geiste derLüge kann regieren lassen! Nach S. 54 »lasse ich inmeinen Predigten nicht allein das neue Testament beiSeite liegen;« welcher lacherliche Vorwurf übrigensschon durch meine beiden Bremer Predigten widerlegt ist;sondern meine »Predigten über das Hohelied Salomonswimmeln sogar von Unanständigkeiten;«eine Calumnie, aus der nichts Anderes hervorgeht, als daßder insolente Sycophant, der sie wagte, und welcher es