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Der scheinheilige Rationalismus vor dem Richterstuhl der h. Schrift : Resumé der Bremer Kirchenfehde
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ewigen Richter »Heerlinge« in der Schminke der »gutenFruch t,« und verlangt Bclohnun g. »Wie,« ruft er S.105 aus, »Christus sollte der menschlichen Tugend nichtewige Belohnung verheißen haben?« und citirt dannmehrere Stellen des neuen Testamentes; ahndet aber wie-der nicht, daß in denselben nicht von der Scheintugenddes u nw i edergeb o rnen Menschen, sondern lediglichvon derjenigen die Rede ist, die aus dem frucht-baren Grunde des in der Liebe sich wirksam erweisendenGlaubens (ohne welchen es unmöglich ist, Gott zu ge-fallen Hcbr. 11, 6) hervorsproß. Ja, die Liebe Christiist ihm nicht einmal ein nothwendiges Ingredienz der wah-ren Tugend, geschweige die Bedingung derselben. Esempörte ihn, daß ich in dem Nichterspruche Matth. 25:Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich gespeisctu. s. w. die Worte »Ich« und »mich« mit der Bemer-kung urgirtc, es hatten die Seliggepriesenen diese gutenWerke von der Liebe Christi gedrungen vollbracht, undeben darum seyen sie wirklich gut gewesen.Im Blick auf eine aus einer andern meiner Predigten ex-cerpirte Stelle kann er es durchaus nicht fassen, daß es»eine Buße, eine Seelenangst, einen gottesdienst-lichen Wandel, eine evangelische Erkenntniß,einen Eifer für die Verbreitung der göttlichenWahrheit, ein Zeugen von Christo, ein freimüthi-ges Bekenntniß seines Namens, und eine Fertig-keit, erbaulich und belehrend von ihm zu redengeben könne, ohne daß dem Allen doch die wahre Liebezum Herrn zu Grunde liege.« Er sagt, »es seyUnsinn, dergleichen aufzustellen.« Er hat wohlnicht gedacht an Ahab, an Judas, an Balaam, an Simonden Zauberer, an die Exorcisten zu Ephesus, an die Weissa-gerin zu Philippi, an die Pseudoapostel unter allem Scheinder wahren, an das begeisterte Weib mit ihrem: »Selig,wer das Brod isset im Reiche Gottes!« und an so manche