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Der scheinheilige Rationalismus vor dem Richterstuhl der h. Schrift : Resumé der Bremer Kirchenfehde
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dem auch nicht eine leise Ahnung davon innewohnt, daßder wahre Glaube ein göttlich Leben sey, und in derHeiligung des ganzen inwendigen Menschen seineKraft erweise. Nnd wie spricht er hier wieder selbst, frei-lich in unbewußter Naivetat, der Misere seiner ganzen so-genannten Moral das Urtheil, indem er dem »Pelagia-nischen,« d. i. der aus der eigenen egoistischen Naturherausgesponnenen Scheintugend die urkräftig ersprie-ßende Frucht »des guten Baums« (Matth. 7, 18), dieErweisung des in der reinen Liebe thatigen Glaubens,nicht allein nachsetzt, sondern gar weichen heißt! Wahr-lich, hier ist das Wort des Herrn an seiner Stelle: »Essey denn eure Gerechtigkeit besser, denn die derPharisäer und Schriftgelehrten, so werdet ihrnicht in das Himmelreich kommen.« (Matth. S, 20.)Unserm Gegner ist das »Schwerere« das »Höhere.«Jesus sagt: »Meine Last ist leicht!« > Wo die »Liebedringt,« wird das Gute mit Lust und Freudigkeit gethan.Man reicht nach 2. Petr. 1, 5 im Glauben die Tugenddar. Je leichter Jemandem die Uebung des Gottwohl-gefalligen wird, um so höher steht er, denn um so freierund mächtiger waltet in ihm die Liebe. Der Herr lehrtuns beten: »Dein Wille geschehe auf Erden, wie im Him-mel.« Von sich selbst zeugt er, daß es ihm Speise undTrank sey, den Willen seines Vaters zu thun. Aber wasahndet ein Paniel von den Tiefen der christlichenEthik, der evangelischen Gottseligkeitslehre?Er weiß, genau besehen, nicht einmal von einer Tugend,sondern nur von Tugenden. Ueber die vereinzelten Acteseiner sogenannten » Sinnlichkeitsüberwindungen «kommt er mit seiner Moral nicht hinaus. Den Quellaller wahren Heiligkeit hat ihm das wuchernde Gestrüppseiner von der Oberfläche einer seichten Popularphilosophieabgeschöpften Theoreme tief verdeckt. Ihm muß die DistelFeigen, der Dornbusch Trauben tragen. Er bietet dem

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