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Der scheinheilige Rationalismus vor dem Richterstuhl der h. Schrift : Resumé der Bremer Kirchenfehde
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261
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Andere, die Vieles hatten, »die mit Menschen- und Engel-zungen redeten und weissagen konnten, und alle Geheim-nisse, und alle Erkenntniß hatten, und Glauben gar, daßsie Berge versetzten, und alle ihre Habe den Armen gaben,und ihren Leib selbst brennen ließen; und waren doch nurein tönend Erz, und eine klingende Schelle.« Warum?»Sie hatten der Liebe nicht.« (1. Cor. 13, 1 3)Aber an das Alles kam dem Manne kein Gedanke. Sowar es ihm auch eine unbekannte Sache, daß einmal Vielekommen werden, und werden sagen: »Herr, Herr, habenwir nicht in deinem Namen geweissagt? Haben wir nichtin deinem Namen Teufel ausgetrieben? Haben wir nichtin deinem Namen viele Thaten gethan?« Und »Habenwir nicht vor dir gegessen und getrunken? Und hast du

auf unsern Gassen nicht gelehret?« Und alsdann

wird der Herr zu ihnen sagen: »Ich habe euch noch nieerkannt, weichet alle von mir ihr Uebelthäter!« (Match. 7,22. 23. Luc. 13, 26. 27.) Also eine große Herrlichkeitdes Scheinchristenthums; aber es fehlte ihr der Le-bensgrund, die Liebesgemeinschaft mit dem Herrn. Und Paniel steht nun da, und schlägt die Hände übersein Haupt zusammen, und ruft: »Unsinn! Unsinn!«und spricht: »Alles das, was Oben angeführt ist, für,mit und in Christus zu denken, zu fühlen, zuthun, und zu wirken, und doch keine Liebe zuJesus zu haben, ist rein unmöglich!« Ei, wersagt denn, daß »das Alles« als »für, mit, und in Chri-stus gethan, gedacht, gewirkt,« zu denken sey? Mitkeiner Silbe wird einem solchen groben Mißverständnisseirgendwo Raum gelassen; vielmehr das Gegentheilstark genug behauptet. Aber aus solchen lügnerischenUnterschiebungen macht sich unser Ncupelagianer nir-gends ein Gewissen. Geht's ihm doch bei dem Bewußtseinseiner Niederlage nur noch um einen, wenn auch noch sokümmerlichen Schein des Sieges. Handgreiflich genug