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Der scheinheilige Rationalismus vor dem Richterstuhl der h. Schrift : Resumé der Bremer Kirchenfehde
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Erretter, Erlöser und Scligmacher der Menschheit (leere,hypocritische Titulaturen!) auch das Schwerere, nämlicheben das Pclagianische von uns verlangt.« Sinn-loseres, denn dieses, dürfte auf dem Gebiete der Dogmatiknur äußerst selten ausgesprochen worden seyn! Man denke,ein »Gottlob!« daß Christus nicht blos Christus,sondern auch wieder sein eigenes Gegentheil d. i.Nicht-Christus sey! Ein Dank zu Gott, daß die Zeitendlich begriffen habe, das Antichristische sey dasChristliche, und das Evangelium auf den Kopf ge-stellt, sey das recht gestellte Evangelium!, Glaubtman's nicht oft mit einem Wahnwitzigen zu thun zu haben? Neandcr (Kirchengesch. 2. B. 3. Abth.) sagt unterAnderm von Pelagius: »Wenn gleich er mit treuer Ge-wissenhaftigkeit alle sittlichen Vorschriften, welche er in denauch buchstäblich verstandenen Aussprachen Christi zu findenglaubte, in seine christliche Sittcnlchre aufnahm, so wares doch nicht mehr die eigenthümlich christliche Sit-tcnlchre, da diese nicht ein dem Glauben coordinirtes,sondern ein daraus hervorgehendes, und darin be-gründetes Gesetz des Lebens gibt. Er hingegen stellteeine gebietende, todte Sittcnlchre auf, von welcherdasselbe gilt, was Paulus von dem Gesetze sagt.Fremd war dem Pelagius und seinen Anhängern der Be-griff einer innern göttlichen Lebcnsmittheilung,eines innern Einflusses Gottes auf den Willen und dasBewußtsein des Menschen. Auf der Versammlung dernordafrikanischen Bischöfe zu Carthago im Jahre 418wurde als pclagianische Lehre die Behauptung ver-dammt: »daß die Gnade uns nur insofern nicht zu sün-digen helfe, als durch dieselbe die Einsicht in die gött-lichen Gebote uns eröffnet werde, so daß wir erkenrie-ten, was wir erstreben und was wir meiden müßten; nichtaber durch dieselbe uns verliehen werde, daß wir lieb-ten und vermögten, Solches zu thun.« »Denn

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