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Der scheinheilige Rationalismus vor dem Richterstuhl der h. Schrift : Resumé der Bremer Kirchenfehde
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uns selber, sondern unsre Tüchtigkeit ist vonGott,« verweiset Paniel Seite 131 ausdrücklich in dieCategorie irrender Hyperbeln. Das: »Gott ist es,der in uns wirket beide, das Wollen und Voll-bringen nach seinem Wohlgefallen,« gilt ihmvollends einer unverzeihlichen Uebertreibung gleich. Daß unsselbst schon die Fähigkeit zum Erkennen Dessen,wozu wir berufen sind, erst von Oben herab durch den Geistgeschenkt werden müsse, bestrcitet er natürlich auf das ent-schiedenste, wie deutlich es auch Ephes. 1, 17 und an vielenandern Stellen der Schrift gepredigt wird. Daß der ent-artete Zustand aller Menschen es erfordere, daß ihnen durcheinen göttlichen Gnadcnact ein neues Herz und einneuer Geist gegeben werde, diese Lehre indignirt ihn;und so kann ihn denn freilich auch die heilige Schrift inAussprüchen, wie Psalm 51, 12, und Ezcchiel 36, 26u. s. f. nur mit Indignation erfüllen. Dem panielschenRationalismus geht's nun einmal darum, es koste, was eswolle, der menschlichen Natur den Ruhm zu vindiciren,daß sie sich die Gottangemessenheit aus dem Eige-nen zu beschaffen vermöge. Ob nun die Schrift ein umdas andere Mal bezeugt, daß es schlechthin unthunlich sey,durch's Gesetz gerecht zu werden, und es für einen abso-luten Widerspruch erklart, daß »aus dem Tode der Sün-den die Gerechtigkeit zum ewigen Leben kommen sollte«(Ephes. 2, 59), so kümmert sich die panielsche Praxisdarum so ganz und gar nicht, als stände es nach dem Be-schlusse irgend eines bis dahin noch unbekannten Conci-liums fest, daß in der Kirche, als deren Diener Panielberufen ward, der Bibel keinerlei Ansehen mehr zu-gestanden werden dürfe.

Man traut seinen Augen kaum, wenn man S. 64 dieWorte liest: »Gottlob, die fortgeschrittene Bildung derZeit hat ihr begreiflich gemacht, daß Christus zugleich mitder gläubigen Anerkennung seines göttlichen Berufs als