Druckschrift 
Der scheinheilige Rationalismus vor dem Richterstuhl der h. Schrift : Resumé der Bremer Kirchenfehde
Entstehung
Seite
253
Einzelbild herunterladen
 

253

des Testamentes unrein achten.« Wie ist nur einsolcher Mann noch fähig, denn von Würdigkeitkann hier kaum mehr die Rede seyn, die heilige Com-munion zu bedienen, die ihm ja auch nur wieder in grell-ster Weise das ihm so verhaßte »Blutdogma« vor dieAugen malt, und ihm wenigstens in demselben Maaße, wieden angefeindeten »Predigten« der Bibelgläubigcn, als eine»vom Blute träufelnde« (S. 29) Institution erschei-nen muß. Ist doch der heilige Wein dieses BlutesSymbol, und seiner »Gemeinschaft« Unterpfand. Bezeich-nen doch die Einsetzungsworte das ganze »neue Testament«als in »diesem Blute« gründend. Wird es in diesenWorten auf das bestimmteste doch ausgesprochen. »ZurVergebung der Sünden für Viele sey diesesBlut vergossen,« und nöthigt doch, überhaupt schondas ganze, auf Aneignung der blutigen SelbstdargabeChristi berechnete Sakrament zu der Ueberzeugung, es müsseeben in dem Leiden und Sterben des Mittlers daswesentlichste Moment des durch Ihn vollendeten Er-lös» ngs w erkes zu suchen seyn. > Ueber die »Stell-vertretung Christi« läßt sich Paniel ebenfalls (S.197 u. 193) nur wegwerfend aus. Er nennt sie mit Ge-ringschätzung »eine Lieblingslehre der Pietisten,«ohne sich jedoch auch nur mit einem Worte auf die Be-weisführung einzulassen, daß sie als Schriftlehre nichtgeltend gemacht werden könne. Mit welchem Namen sollman nur ein derartiges Umspringen mit einem Dogmabezeichnen, das der Hebel der Reformation war, und inwelchem die protestantische Kirche je und je ihr höchstesKleinod erkannte. Hier schuldete mein Gegner vor Allemerst den Beweis, daß die Reformatoren falsch gesehenhätten, da sie in Schriftstellen, wie Röm. 4, 25. 6, 711.8, 3. Gal. 3, 13. 1. Pctr. 2, 24. Hebr. 9, 28. Hebr. 19,114, und vielen anderen, eben nur die Stellvertre-tung s l e h r e zu finden wußten. Hier galt es, zu erklären,