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Der scheinheilige Rationalismus vor dem Richterstuhl der h. Schrift : Resumé der Bremer Kirchenfehde
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bauet die Wand; so tünchen sie dieselbe mit losem Kalk.«Ihr seyd die blinden Leiter der »Blinden«, welche Christusmit seinem »Wehe!« richtet, und die evangelische Kirche jeund je sür ihre ärgsten Feinde und Widersacher erachtethat. Und doch besitzt ihr Jrrgeister noch Unverschämtheitgenug, euch als »Freunde des biblischen Christen-thums« zu gebärden! Ich frage wiederholt, ob dieHeuchelei auf einen höhern Punkt getrieben werdenkönne, als zu dem sie in euch Verwüstern des WeinbergesChristi gediehen ist.

Die Kehre vom Heil.

Wo die biblische Lehre von der »Sünde« verworfenwird, bleibt auch, wie wir bereits bemerkten, für denSchriftbcgriff der Erlösung keine Stelle mehr. DasVerdienst Christi wird dann auf das Dreifache des ge-gebenen Beispiels, der weiter ausgebildeten Sitten-lehre und der Bestätigung einiger allgemein reli-giösen Ideen beschränkt; und die Erlösung in die Be-freiung von Wahn und Aberglaube, die Versöhnungdarin gesetzt, daß Christus uns den Bater kennen lehrte.Diese dürftigen Elemente bilden nun auch den Inhalt derpanielschcn Soterologie. Dem biblischen: »Es ist inkeinem Andern Heil« schnurstracks widersprechend,weiß der Mann natürlich auch außer Christo Rath fürdie Menschheit. (S. 84 u. 85.) Er nennt die entgegenge-setzte Ansicht ein »engherziges Verdammen Andersdenkender.«Zwar stellt er nicht in Abrede, daß die Welt Christo Vie-les, und auch wohl etwas mehr noch zu verdanken habe,als einem Zoroaster, Plato, Sokrates, und andern Stimm-führcrn und Reformatoren im Reiche der Ideen; daßaber die Menschheit nicht auch ohne Christus hätte fertigwerden und zur Gemeinschaft mit Gott gelangen mögen,will er nicht einsehen. Mit dem, was die heilige Schrift