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»Alle Menschen wurden durch Adam sündig, somit ver-werflich vor Gott, und des göttlichen Fluchs theil-haftig.« — In welcher Weise aber wurden sie's? —Antwort: »Durch des Einigen Menschen Einige Sünde— durch »des Einen Ungehorsam,durch des Einen Uebertretung.« Nicht aber etwanur vermittelst des verführenden Beispiels der erstenSünde, und dessen fortwirkender, jedoch nicht nothwen-dig verderbender Influenz; sondern im Wege realer Ueber-tragung durch natürliche Propagation und göttlicheZurechnung. Hatte der Ur- und GesammtmenschAdam nur durch erstes Tonangeben die Sünde in dieWelt gebracht; so würde folgen, daß wir auch das Heil,welches wir Christo danken, ausschließlich auf seinen Normund Muster gebenden sittlichen Wandel zu be-schränken hatten. »Denn gleichwie durch Eines Men-schen Ungehorsam die Vielen Sünder gemachtworden sind«, heißt's V. 19: also auch (in derselbenOrdnung und Weise) durch Eines Gehorsam werdendie Vielen gemacht zu Gerechten.«
Daß aber auch nicht einmal ein schwebender Schein-grund für die Auffassungsweise übrig bleibe, als sey diedurch Adam auf seine Nachkommen traducirte allgemeineSündigkcit und Verwerflichkeit auf nichts anders, als aufden Einfluß seines Exempels zurückzuführen, dafür sorgtPaulus, und zwar in einer Art, als hatte er damalsschon die häretischen Einwürfe eines pelagianischen Unglau-bens vorausgesehen, und denselben biblisch für immerden Raum benehmen wollen. <— Er spricht V. 13 u. 14:»Bis auf das Gesetz (in der Periode von Adam bisMoses) war wohl die Sünde in der Welt. Woaber kein (positives, ausdrücklich geoffenbartes) Gesetzist, da wird die Sünde nicht zugerechnet; (da fälltsie nicht als Uebertetung, und als den Fluch nach sichziehend, unter Gottes Gericht.) Dennoch herrsch ete