Druckschrift 
Der scheinheilige Rationalismus vor dem Richterstuhl der h. Schrift : Resumé der Bremer Kirchenfehde
Entstehung
Seite
246
Einzelbild herunterladen
 

246

Gerede zu wiederholen, womit Paniel, seiner Niederlagesich bewußt, über diese tiefe und belangreiche apostolischeDeduction hinweghuscht. Der Apostel zieht hier eine großeParallele. Er stellt den ersten Adam und den andernin ihrer Vertreter-Stellung neben einander. Erthut dar, nicht allein, wie durch den Einen Sünde,Elend und Tod, durch den Andern Gerechtigkeit, Heilund Leben über die Menschen gekommen sey, sondern auch,wie beide in derselben Ordnung, nur vermittelst ent-gegengesetzten Verhaltens, die mächtigen und entschei-denden Wirkungen auf das Ganze des Geschlechts hervorge-bracht haben.

Auf beiden Seiten steht Ein wirkendes Subject: Der»Eine Mensch« und »der Andere«. Adam hier,dort Christus. Von beiden Seiten geht für dieMensch-heit eine durchgreifende und alle ihre Verhaltnisse umfassen-de Veränderung aus. Die Objecte, auf welche dieSubjecte wirken, sind auf beiden Seiten dieselben, (c>lkroil/lol, die Vielen.) Auf beiden Seiten wirkt das Sub-ject auf die Objecte durch Einen bestimmten Act (der»Eine Mensch« durch Ungehorsam, der andere »Eine«»durch Gehorsam.« (V. 19.) Auf beiden Seiten bringendie Subjecte in den Objecten eine Wirkung hervor.Es werden durch den Einen die Vielen: Sünder; eswerden durch den andern Einen die Vielen: Gerechte.)(Vergl. Rothe: Neuer Versuch einer Auslegung von Röm.5, 12 21. S. 146.)

Wir Haben's für den vorliegenden Zweck zunächst nurmit dem einen der beiden wirkenden Subjecte zu thun,mit Adam. Durch Adam, in den der weit verzweigteBaum der Menschheit mit seinen Millionen Aesten undAestlein als in seinen Wurzel- und Einheitspunkt zurück-geht, kam nun, nach der apostolischen Lehre die Sündein die Welt, und mit der Sünde und durch sie das Ur-theil zur Verdammniß, und der Tod. (V. 16, 17.)