Druckschrift 
Der scheinheilige Rationalismus vor dem Richterstuhl der h. Schrift : Resumé der Bremer Kirchenfehde
Entstehung
Seite
245
Einzelbild herunterladen
 

vor Gott, als von der durch persönliche Einzeln-Verschul-dungen individuell begründeten, doch einmal zu, wie ermit seiner flachen Ansicht glücklich an der Klippe diesesWortes vorüberstcure. heißt nun einmal nichts an-ders, und kann nichts anders heißen, als: »Von Natur,«und involvirt den Begriff des Ang cborucn, des Ange-erbten. Die Pelagiancr berufen sich bekanntlich zwar dar-auf, daß in dem Vorhergehenden: »In welchen (Ueber-tretungen) wir auch alle weiland unsern Wandelhatten in den Lüsten unsres Fleisches, indem wirthaten allen Willen des Fleisches,« vom »Thunder Sünde,« nicht aber von der habituellen Sünd-haftigkeit die Rede sey; aber was nutzt ihnen diese Be-merkung? Nicht das Geringste. Freilich wird, wie z. B.auch Ols Hausen und Andere unabweislich darthun, indem »Wir führten unsern Wandel :c.« der »facti sehe Zu-stand des sündlichen Wandels,« in dem: »Wir tha-ten u. s. w.« »das factische Hervortreten dessel-ben in einzelne actuelle Sünden« dargelegt; in denSchlußworten aberBeides in seinem letzten Grund,ncmlich in der angeborncn Sündhaftigkeit jedes Einzelnendurch seinen Zusammenhang mit Adam nachgewiesen.Ich begreife in der That nicht, durch welche Wortverdrehunges Jemandem gelingen sollte, aus dieser höchst signisicantcnStelle die »Erbsünde« hinwegzubringen. Spreche dochder Rationalismus seine eigene Ueberzeugung frei dahin aus,daß nach gesunder grammatisch historischer Erklärung dieBibel allerdings jene Lehre enthalte, und höre er endlicheinmal auf, sich hypocritisch den Schein zu geben, als ober darum den Artikel von der sündigen Geburt desMenschen leugne, weil er nicht finden könne, das davonin der Schrift geschrieben stehe.

11) Ich wende mich endlich zu der Hauptstelle für dasfragliche Dogma, zu Röm. 5,1221; kann mich aber unmög-lich überwinden, noch einmal das leichtfertige, nichtssagende