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6) Wenn die Lehre von dem Verderben der menschli-chen Natur und ihrer Untüchtigkeit zu allem wahrhast Gu-ten, wie der Rationalismus behaupten will, eine »unbe-gründete« ist, mit welchem Grunde kann dann Christussagen: »Es könne Niemand zu Ihm kommen, essey denn daß ihn ziehe der Vater (Joh. 6, 44);ja »ohne Ihn könnten wir nichts Gutes thun?«Mit welchem Fuge wird dann durch die ganze heiligeSchrift hindurch der menschlichen Natur das Vermögen ab-gesprochen, im Wege eigener sittlicher Bestrebun-gen und durch Erfüllung des göttlichen Gesetzesvor Gott gerecht zu werden? (Röm. 3, 3. 4. 3, 20.Apostelgesch. 13, 39.)
7) Matth. 7, 11 spricht der Herr wieder in unbe-sch rankter Allgemeinheit: »So denn ihr, die ihr arg seyd,(ncmyool istrxg') könnt euern Kindern gute Gaben gebenu. s. w.« Und wem kann es auch nach diesem Spruchenoch ferner zweifelhaft erscheinen, was Jesus von demnatürlichen Zustande aller Menschen gehalten wissen wolle?Johannes sagt gar (1. Joh. 5, 19): »Die ganze Weltliege im Argen;« und nach Joh. 3, 36 gibt es für alleSterblichen nur ein Doppeltes: entweder Vereinigungmit Jesu durch den Glauben, oder Verbleiben unterdem Zorne Gottes; woraus ja sonnenklar erhellt, daßder Mensch in sich moralisch verwerflich und verlo-ren sey. —
8) Unzahlige Male heißt der unwiedergeborne Menschin der heil. Schrift alten und neuen Testamentes »Fleisch«oder »fleischlich«, im Gegensatz gegen:»Geist« und »geist-lich.« — Dieser Gegensatz ist nicht etwa nur ein natür-licher der Seele und des Leibes; oder der »Sinn-lichkeit« und der »Vernunft«: sondern ein ethischerder angestammten Sündigkeit, und des durch diegöttliche Gnade neu erzeugten Guten; des selbstsüchtigvon Gott abgewandten, und Gott widerstrebenden »alten
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