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Der scheinheilige Rationalismus vor dem Richterstuhl der h. Schrift : Resumé der Bremer Kirchenfehde
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da, und kündet sich an als Gemein zustand und Gat-tungsgebrechen des ganzen Geschlechtes.

2) An der Schwelle des neuen Testamentes wird Chri-stus (Luc. 1, 35) durch die Botschaft des Engels als einSolcher angekündet, der als Mensch, »durch Ueberschattungdes heiligen Geistes« einen neuen übernatürlichen Anfangnehmen, und als Gegensatz gegen das natürlich erzeugteGeschlecht, als ein »Heiliges« geboren werden würde.»Er komme,« sagt der Engel, »um sein Volk zu erret-ten von ihren Sünden,« (Matth. 1, 21.) »Allem Vol-ke«, eröffnet der himmlische Bote den Hirten auf demFelde, »werde diese Freude widerfahren.« (Luc. 2, 10)Alles Volk mußte also, sündig und Hülflos in sich,dieses Heilandes hoch bedürftig seyn, und ohne Ihn demewigen Verderben nicht entrinnen können.

3) Jesus tritt auf, und bezeichnet als Zweck seinerErscheinung in der Welt, daß er »suche und seligmache d. h. das, was verloren, was gänz-lich verderbt sey; und daß er dafür das gesammte Ge-schlecht erklare und die menschliche Natur als solche inihrem gegenwärtigen Zustande als verloren bezeichne werwird es in Abrede zu stellen wagen?

4) Dem Nikodemus, dem ehrsamen Rathsherrn, eröff-net Jesus: »Was vom Fleisch geboren wird, dasist Fleisch; was vom Geist geboren wird, das istGeist.« ' Daß hier das Wort »Fleisch« nicht etwanur den Begriff der Sinnlichkeit ausdrückt, sondern alsBezeichnung eines moralischen Zustandes gefaßt wer-den muß, in welchem der Mensch Gott mißfällig,und untüchtig ist, »zum Reiche Gottes einzugehen,« be-darf keines Beweises weiter. »Der Mensch«, sagt derHerr ganz allgemein, »befindet sich in einer sittlichen Be-schaffenheit, vermöge deren er für Gottes Reich der-maßen untüchtig, und untauglich ist, daß nur eine»neue Geburt«, die übrigens nicht er selbst, sondern