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verringert; sondern überall dasselbe ist und bleibt. —Das Verderben zur Zeit des letzten Propheten ist nicht grö-ßer, als es uns in den Tagen Noah's schon entgegentritt.Abel der »Vernichtete',« das Kind des ersten Menschen,weiß sich bei seinem Brandopferaltare vor Gott nicht we-niger Sünder, als mehr, denn zweitausend Jahre nachihm, Iesaias, da er vor derselben Majestät in den Angst-schrei ausbricht: »Wehe mir, ich vergehe; denn ich binunreiner Lippen, und wohne unter einem Volke von unrei-nen Lippen!« — Von Abel als dann nur einen Schritt nochaufwärts, so steht der erste Sünder vor uns, scheu,flüchtig, schuldbeladen, unter dem Fluche, der GemeinschaftGottes entrückt, aus dem Paradiese hinweggewiescn. —Wir vernehmen: unsträflich, ein lebendiges Spiegelbildgöttlicher Schönheit, sey er aus der Hand des Schöpfershervorgegangen; habe aber in muthwilliger Abtrünnigkeitsich über Gott erhebend, von Gott sich losgerissen, und, ausdem heiligen Element der reinen Liebe weichend, mit allerihm anerschaff'ncn Herrlichkeit in einem andern Elemente,in dem finstern der Ichsucht und der Selbstvergötterungseinen moralischen Untergang gefunden. Angesichts dieserverhängnißvollen Catastrophe sind wir bei der Quelledes sittlichen Verderbens angelangt, welches, kein In-dividuum übergehend, von dort aus in den geistigen Orga-nismus der ganzen Menschheit sich ergossen hat. Die ver-derbte Wurzel treibt von nun an Zweige, die ihrem mo-ralischen Vcrkümmerungszustande entsprechend sind. Adamwird der Erzeuger einer Nachkommenschaft, die »seinemBilde ahnlich ist« (1. Mos. 5, 3.) Cain, der eineThat,wie die scinige, noch nicht sah, und somit durch »Beispiele«nicht verführt seyn konnte, ist fähig, seinen leiblichenBruder zu erschlagen, und die junge Erde mit dem erstenMenschenblut zu röthen. Die Sünde ist als Egoismus,als Unvermögen zum wahrhaft Guten, und als in-nerste Richtung zum Gott widrigen ausgeboren