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Der scheinheilige Rationalismus vor dem Richterstuhl der h. Schrift : Resumé der Bremer Kirchenfehde
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auch an verschiedene Stufen der göttlichen Strafe. (Luc.12,47.48.) Wir sprechen nur der menschlichen Natur,wie sie ist, das Vermögen zur wahren, unegoi stischen,Gott genügenden Tugend ab, und dies, weil dieSchrift es ihr abspricht, und diese Wahrheit bei erleuch-tetem Auge in der allgemeinen Erfahrung als Thatsacheerfunden wird.

Paniel sagt ferner: »Von dem sinnlichen Men-schen wird bezeugt, daß er einen Hang zurSünde habe«, und führt nun wieder mehrere Sprüchean, die diesen Satz begründen (?) sollen. Sol.Joh. 1, 8;jedoch heißt's hier nur ganz allgemein: »So wir sagen,wir haben keine Sünde, so verführen (oder betrü-gen) wir uns selbst;« aber von dem »sinn lichen M en-schen« steht da keine Silbe. — Er beruft sich weiter aufGal. 3, 22 wo der Apostel sagt: »Die Schrift hat Allesbeschlossen unter die Sünde (ünü ;« aber wo

ist da was von »Sinnlichkeit« zu lesen? — Dannnennt er Rom. 2 und 3; aber hier schildert der Aposteldas allen Menschen gemeinsame moralische Grundver-derben und die daraus für Alle resultirende Erlösungs-bedürftigkeit; an die Aussonderung einer einzelnenSpecies jener Menschen aber, der sogenannten »Sinn-lichen,« kommt ihm von ferne kein Gedanke. >— Endlichmuß auch noch Röm. 7, 15 heran, wo Paulus bezeugt:»ich aber bin fleischlich unter die Sünde ver-kauft;« daß aber Paulus mit dem Ausdruck »fleischlich«(cr«(ixri-oH einen wesentlich andern Begriff verbindet, alsden des panielschen »sinnlich«, gedenke ich spaterunwidersprechlich darzuthun. Mein Gegner bemerkt, umdas Maaß der Oberflächlichkeiten voll zu machen, außer-dem auch noch, es rede auch Röm. 5, 12 der Apostel garnicht von der Erbsünde, sondern »vergleiche daselbst nurChristus und Adam mit einander (das thut er freilich!)und sage bloß, daß alle Menschen wegen ihres phy-