und mangeln der Herrlichkeit Gottes, und werden ohneVerdienst gerecht, aus seiner Gnade, durch die Erlösung,so in Christo Jesu geschehen ist.« (V. 23, 24.)Paniel fahrt fort: »Der Mensch wird als der freieUrheber seiner Sünden dargestellt.« — Wir ent-gegnen: Allerdings ist die Sünde immerdar seine Thatund seine Schuld. Wir denken uns den Menschen nichtals einen moralischen Laokoon, der von der Sünde nur alsvon einem fremden, ihm verhaßten Ungeheuer jählings über-rumpelt worden wäre, und nun als unglücklicher, fortwäh-rend reagirender Gegenstand, wider seinen Willen von ihrumschlungen gehalten würde. — In diesem Falle wäre derMensch nur als freilich objectiv verwerflich zu beklagen,aber niemals als subjcctiv schuldig anzuklagen;sondern bliebe trotz des ihm anhangenden Bösen für seinePerson doch ein Unschuldiger und Reiner. Wir wissenaber einestheils um das Geheimniß des »in Adam mit-gesündigt Habens« (Röm. 5,' 12; es sey ^ oderdie rechte Leseart, und 1. Cor. 15, 22) und um dasBezeugen unseres innersten Bewußtseins, daß die in unswohnende Sünde unsere, d. i. eine persönlich angeeig-nete Sünde sey; und erkennen anderntheils auch verschie-dene Entwickelungsstufen der inneren Grundsünde an,und statuiren einen Fortgang von der Lust zur That, vonder Untugend zur Gottlosigkeit im engeren Sinnedes Worts, von dieser zur Lasterhaftigkeit, von derLasterhaftigkeit zur Bersunkenheit, dann zur Verstockung,und endlich zur moralischen Verteufeln ng. (Der Sa-tan fuhr in Judas, Luc. 22, 3.) Wir geben auch, wieschon bemerkt worden, unter den natürlichen Men-schen verhältnißmäßige und graduelle Annähe-rungen an die Gesetzeserfüllung zu. Wir reden achtendvon edlern unter ihnen, un edlern gegenüber. Wirglauben an verschiedene sittliche Erscheinungen, und so
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Der scheinheilige Rationalismus vor dem Richterstuhl der h. Schrift : Resumé der Bremer Kirchenfehde
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