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Der scheinheilige Rationalismus vor dem Richterstuhl der h. Schrift : Resumé der Bremer Kirchenfehde
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des Herrn; sintemal ihr wisset, daß eure Arbeit nichtvergeblich ist in dem Herrn.« —Der geneigte Leser wirdbemerken, daß, wozu der Apostel die Brüder ermuntert,Alles in dem Herrn, d. h. in dessen Kraft und Liebegeschehen soll. Gal. 5, 16 spricht derselbe Apostel: »Ichsage euch aber: Wandelt im Geist, so werdet ihrdie Lüste des Fleisches nicht vollbringen.« —Wird irgend ein Leser den Apostel an dieser Stelle so begrei-fen können, als wolle er sagen: »Bedient euch eures natür-lichen Vermögens, so :c.«? — Sicher nicht. Gal. 6, 9spricht er: »Lasset uns Gutes thun und nicht müdewerden« u. s. w. — Der Leser bemerke, daß dies Wortedessen sind, der an einem andern Orte spricht: »Ich vermagAlles durch den, der mich machtig macht, Christus!«Jac. 4, 17 heißt's: »Wer da weiß Gutes zu thun, undthut es nicht, dem ist es Sünde.« Ich frage: Wer aberist es nach der Schrift, der wahrhaft Gutes zu thunvermögend ist? — 1. Petr. 16 heißt's: » Es steht geschrieben:Ihr sollt heilig seyn, denn Ich bin heilig.«^-Gewiß! An Allen, die in Christo sind, kommt's so zumVollzuge. Es ist nöthig, daß ich es meinen Lesern wie-derholt in Erinnerung bringe, daß mein Gegner die ge-nannten Aussprüche (man denke!) als Beweise gegendie Lehre vom menschlichen Unvermögen auf-führt, und über ihnen dann, wenn auch nicht wörtlich,so doch factisch folgenden merkwürdigen Satz construirt:

»Weil der durch den heiligen Geist er-neuerte und wiedergeborne Mensch in derKraft Christi Gutes thuü kann, so hat auchder natürliche unwiedergeborne Menschdas Vermögen, mit seinem unverneuertenWillen jenes Gute zu vollbringen.« —

In der That, eine Schlußfolge, die Alles, was ansykogistischen Zerrgeburten je an's Licht getreten ist, weit