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Der scheinheilige Rationalismus vor dem Richterstuhl der h. Schrift : Resumé der Bremer Kirchenfehde
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vollkommen seyn, gleich wie euer Vater inrHimmel vollkommen ist.« Nun freilich, das ist seinewiges, unwiederrufliches Gebot, welches übrigens durchChristus in uns wieder zu That und Leben werden soll.Jenem Worte voran geht das »Selig sind, die geistlicharm sind; die da hungert und durstet u. s. w.« Wie kannman darauf verfallen, mit einem solchen Spruche dieLehre vom sittlichen Unvermögen des natürlichenMenschen widerlegen zu wollen? Matth. 18, 3 wirdden Jüngern die Anspruchslosigkeit der Kinder zumMuster aufgestellt; aber dem Dogma von der angestammtenmenschlichen Untüchtigkeit zu allem wahrhaft und gött-lich Guten auch nicht mit einer Silbe widersprochen.Den unmündigen Kindern, in denen die Sünde noch un-entwickelt schlummert, schreibt man, im Gegensatze der Er-wachsenen, mit Recht eine relative Unschuld zu. Laßtman sich aber versuchen, diese beziehungsweise Lie-benswürdigkeit mit dem menschlichen Normalzu-stande identisiciren zu wollen, so überschreitet man dasMaaß der Wahrheit, und widerspricht der Bibel. Bei Matth.13, 10 fragt sich's noch, ob hier von Kindern im buch-stäblichen oder geistlichen Sinn die Rede ist. Matth.25, 35. 36 wird an den Gerechten anerkannt, was siein der Kraft der Liebe Christi, und nicht in eignerKraft vollbrachten. (V. 37.) Was Paniel mit Luc.15, 17 will, verstehe ich nicht. Was mit Luc. 19, 12,eben so wenig. In diesem Gleichnisse sind es geschenktePfunde Christi, mit denen gewuchert werden soll, nichtaber Pfunde selbsteigener Tüchtigkeiten und Kräfte. Wasdas Citat Joh. 8,32: »Ihr werdet die Wahrheit erkennenund die Wahrheit wird euch frei machen« zu Gunsten derpanielschen Theorie beweisen soll, ist absolut unfaßbar.1. Cor. 15, 58 ruft der Apostel den Gläubigen der Co-rinthergemeine zu: »Darum meine lieben Brüder, seydfest, unbeweglich, und nehmet immerdar zu in dem Werke

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