Druckschrift 
Der scheinheilige Rationalismus vor dem Richterstuhl der h. Schrift : Resumé der Bremer Kirchenfehde
Entstehung
Seite
229
Einzelbild herunterladen
 

229

vollstandigung seiner Citaten-Reihe neben so manchen an-dern alttcstamentlichen Stellen auch noch Ps. 51, 7 an-führte: »Siehe ich bin in Schuld geboren, und meineMutter Hut mich in Sünden empfangen.« Was

mochte nur dieses Zeugniß seinem Blicke verdecken? —Doch auch schon die beigebrachten verpflichten uns ihmzu wahrem Danke!

P aniel argumentirtweiter: »Auch nach dem Sün-denfall wird dem Menschen das Ebenbild Got-tes beigelegt. 1 Mos. 9,6.« -— Dort steht: »Wer Men-schenblut vergeußt, deß Blut soll auch durch Menschen ver-gossen werden, denn Gott hat den Menschen zu sei-nem Bild c g em a ch t.« — Daß Gott den Menschen zuseinem Bilde sowohl geschichtlich, als teleologisch d. h.mit der Bestimmung, zu jenem Ebenbilde erneuert zuwerden, gemacht hat, ist von uns noch nie geleugnet wor-den. — Daß aber die ursprüngliche Gottesebenbild-lichkeit auch nach dem Fall noch in ihm vorhanden sey,wie folgt das nur aus dieser Stelle? Uebrigens ist derMensch metaphysisch und als vernünftig organifirte Kreaturbetrachtet allerdings auch jetzt noch ein Spiegel, aus dem,wenn gleich getrübt, die Herrlichkeit des Schöpfers unsentgegenstrahlt. Daß aber seine ethische Gottesebenbild-lichkeit verloren sey, lehrt, wie wir uns davon jetzt schonüberzeugt haben, die Schrift unwiderleglich. — Paniel be-hauptet weiter: es werde 5. Mos. 24, 16. Ezech. 18, 26.2Kön. 4, 16 »ausdrücklich erklart, daß der Sohnnicht die Missethat des Vaters tragen soll.« —Versteht sich, der Schuldlose soll nicht die Schuld desSchuldigen tragen. Die Sünde, um welcher willen Gottmit uns ins Gericht geht, ist unsere eigene, und somitfallt auch jener Einwurf als ein bedeutungsloser weg.

Unter 2) bringt Paniel neutestamentliche Citate. »Imneuen Testamente,« sagt er, »steht ebenfalls nichts vonder Erbsünde. Denn s) es wird in ihm viel-