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Der scheinheilige Rationalismus vor dem Richterstuhl der h. Schrift : Resumé der Bremer Kirchenfehde
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den Gott verstecken zu können? Oder darin, daß statt derkindlichen Liebe und Zutraulichkeit jetzt nur eine knechtischeFurcht vor Gott in ihren Herzen hauset? Oder offenbartsie sich darin, daß die Sünder, nachdem in ihrem Innernan die Stelle der Unschuld das Schuldbewußtsein trat unddie Schaam, nun auf alle Weise lügnerisch darüber aussind, ihre Schande zu bemänteln, ihren Frevel zu entschul-digen? — Mein Gegner spreche sich aus; ist das die höhereWeisheit? — Und womit macht es uns Paniel dochplausibel, daß Gott an der neuen Entwickelungsstufe,in welche die Menschen durch die Sünde eingetreten seyen,seine Lust gesehen habe? — Etwa damit, daß Gott 1. Mos.Z die Bösewichter sofort ins Gericht nimmt, den Acker umihrentwillen »verflucht,« Noth, Kummer aller Art, undsogar den Tod ihnen ankündet, den Genuß der Fruchtvom Lebensbaume ihnen untersagt, ja sie ganzlich aus demParadiese treibt? Uns dünkt, das Alles sind nicht ebenZeichen göttlichen Wohlgefallens. Die paniclsche Schrift-erklärung wird selbst seine Bethörten stutzig und ver-legen machen. Was muß aber die Kirche Christi über einensolchen Verkehrer der Wahrheit für ein Urtheil fallen! —Paniel setzt seine merkwürdige Argumentation wider die»Erbsündentheorie« damit fort, daß er zunächst mehrerealttestamentliche Schriftstellen citirt, und von denselben ver-sichert, daß sie »blos von der erfahrungsmäßigenThatsache handelten, daß alle Menschen sündigten,und sogar einen Hang zur Sünde hätten.« >—»Nun,« möchten wir erwidern, »das ist's ja eben, waswir schrift- und erfahrungsmäßig lehren!« Doch wissenwir bereits, daß von diesem »allgemeinen Sündigen«und »diesem Hang zur Sünde« gegnerischer Seitsnicht so gar arg gedacht wird. — Sehen wir uns übrigensdie beigebrachten Citate etwas näher an. 1. Mos. 8, 21spricht der Herr: »Das Dichten (buchst, die Bildungen,das Innerste) des menschlichen Herzens ist böse von

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