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Der scheinheilige Rationalismus vor dem Richterstuhl der h. Schrift : Resumé der Bremer Kirchenfehde
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gründen wollen. — Paniel eröffnet seine Demonstrationunter 1) (man höre!) mit folgendem.Ausspruch: »I.BuchMos. 3 steht durchaus nichts von einer nach demFall entstandnen Erbsünde; im Gegentheil wirddaselbst gesagt, daß die ersten Menschen nach demGenusse der verbotenen Frucht weiser gewordenseyen.« — Ich habe in der That meinen Augen nichtgetraut, als ich diesen Passus las. Ist es denn möglich,das ernste Wort des Herrn nach geschehenem Abfall: »Adamist worden wie unser Einer, und weiß, was gut undböse ist« als eine göttliche Bezeugung auffassen zu wollen,daß sich die Abtrünnigen durch die Uebertretung des ihnengegebenen Gebotes statt Verderben nur Segen und gott-gefälligen Fortschritt bereitet hätten? Lehrt doch derganze Zusammenhang der fraglichen Stelle auf das aller-unzweideutigste, daß der Herr in jenem Ausspruche nichtsAnderes sagen kann noch will, als daß Adam auf eine ver-kehrte, strafbare und verdamm liehe Weise aus demKindheitsstande in denjenigen einer freithätigen Selbstbe-stimmung hinübergetreten sey, und diejenige Mündigkeit,— wenn dieser Ausdruck hier gestattet ist, <— zu der er,als zu einer heiligen im Wege freier Entscheidung fürGott und sein Gebot gelangen sollte, als eine unheiligeund den Tod gebührende im Wege frevelhafter Lossagungvon Gott an sich gerissen habe. Nach Paniels Ansichtwar also der Sündenfall »ein zur Entwicklung desMenschengeschlechtes nothwendiges Ereigniß,und Gott rühmt und belobt denselben als eine geseg-nete Begebenheit!« — — Was kann Schriftwidrigeres,Unsinnigeres, und ich möchte hinzufügen — Gottloseresbehauptet werden, als dieses! Paniel sage uns doch, woriner die »fortgeschrittene Weisheit« finde, zu der erdie ersten Menschen durch den Genuß der verbotenen Fruchthinanreifen laßt? — Besteht sie darin etwa, daß die Ab-trünnigen mit einem Male wähnen, sich vor dem allwissen-