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Der scheinheilige Rationalismus vor dem Richterstuhl der h. Schrift : Resumé der Bremer Kirchenfehde
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eigene Schuld verloren. Weiß sich das Paniel nichtrecht zu erklären, so werden wir es ihm nicht vorstellbarzu machen im Stande seyn. Unfehlbar bleibt es auch beidem andern Satze, daß, wer ernstlich und in der rech-ten Ördnung selig werden will, nicht bloß selig wer-den könne, sondern sicher selig werde. Hat Panielgehofft, nach dem Grundsatze: „viviclo et imperu" durchseine Sophismen das Lager der Glaubigen, die gegenwar-tig Ein geschlossener Phalanx unter dem Paniere der ewi-gen Wahrheit gegen ihn und seine Gesinnungsgenossen zu-sammenstehn, listig zersprengen zu können, so hat ihn seineschlaue Berechnung doch betrogen. Ich bemerke wiederholt,daß sich unser Streit nicht um Punkte drehe, welche seitJahrhunderten einer mannichfaltigen Deutung in der Ge-meine Christi unterlagen; — sondern um die großen,wesentlichen Lehxartikel, in welchen alle Glaubigen je undje einmüthiglich das Fundament des Christenthums erkann-ten. Und von diesem Fundamente hat sich Paniellosgesagt. Nicht einzelnen Lehren des Evangelik,dem Evangelium steht er ncgircnd gegenüber.

So sind denn die zwölf sogenannten »Vernunftgrün-de«, um deren willen »die wissenschaftlich bibli-schen Theologen (!) die Erbsünde leugnen« wi-derlegt und gebührend abgewiesen. Ich frage jeden red-lichen und vorurtheilsfreien Leser, ob sie es nicht sind? —Großsprecherisch genug traten jene »Argumente« auf;und wie wenig hatten sie dazu Ursache. Bezeichnen sienun, und das sollen sie ja doch, die Stufe der »fortge-schrittenen Bildung«, deren sich unser Gegner solaut zu rühmen pflegt, so sind wir über den Höhepunktderselben vollkommen im Reinen.

Doch hören wir weiter. Nach Seite 110 soll nichtallein die Vernunft, sondern sogar auch »die Bibel«der Erbsündenlehre widersprechen.« — Wir sind aufdie Beweise gespannt, womit man solche These wird be-

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