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Der scheinheilige Rationalismus vor dem Richterstuhl der h. Schrift : Resumé der Bremer Kirchenfehde
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liegenden Kampf haben wir uns in den ersten Menschen vordem Fall zu denken. Ihr an sich reines Begehren fandz. B. eine göttlich gesetzte Schranke in dem Object desbekannten Erkenntnißbaumes, von dem sie »nicht essensollten.« Im Beginn der Versuchung gedenkt auch dasWeib an das göttliche Verbot, und versündigt sich noch sowenig, daß sie vielmehr löblich thut, indem sie durch denGeist das Begehren innerhalb der gesetzmäßigen Grenzenzurückhält. Ein gleicher heiliger Antagonismus ist auch indemjenigen anzunehmen, der ebenfalls »von keiner Sündewußte,« der aber nichts destowcniger »Gehorsam gelernt«hat, '— in Christo. Während der 40 Tage in der Wüstez.B. stand seinem Begehren die prüfende Schranke in derZeit. Er durfte, er sollte essen; aber noch nicht.Der an sich unschuldige Trieb des Hungers erwachte inihm; aber er artete nicht zu einem Gelüste nach demVerbotenen aus. — Der Geprüfte bewahrte jenemTriebe durch die Kraft seines Geistes das heilige Maaß,so wie er später am Oelberge die unsündliche Neigung,des bitteren Leidenskclches sich überhoben zu sehen, ohne auchnur des leisesten Anslugs von Unzufriedenheit mit den Wegenseines Vaters sich schuldig zu machen, im vollkommenstenGehorsam dem göttlichen Willen zu unterwerfen wußte. —So ist also ein wirklich unsündlicher Gegensatz zwischenSinnlichkeit und Geist, mit der Bestimmung freilich, zurvollkommensten Harmonie sich aufzulösen, denkbar; unddie Meinung, daß die wahre Tugend die böse Lust als zubekämpfenden Gegensatz postulire, und also dem Siege im-mer schon eine Niederlage vorhergehe (nach welcher Ansichtübrigens die Sünde schon in den Willen gesetzt wird)erscheint vor göttlichem und menschlichem Gerichte als einfinsterer Wahn, der die Signaturen des unreinen Mutter-schooßes, aus dem er entsprang, plump an der Stirneträgt. (Vergleiche Nitzsch System der christlichen Lehreh. 104.)

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