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in einer umfassenden, durchgreifenden Heiligung allerBestandtheile und Verm ög en d e r mcnsch l ich e nNatur erkennt das göttliche Gesetz sich wieder. — Ganzwahr sagt Sartorius: »Ermangelt nur ein Vermögender (Gott angemessenen) Heiligung, so ist es nicht nurselbst mangel- und sündhaft, sondern es verdirbt auch beidem lebendigen organischen Zusammenhange der ganzenmenschlichen Seele die übrigen, und der Mensch ist einSünder vor Gott. In jedem Momente des Lebens heischtdas Gesetz die entsprechende normale Beschaffenheit desselbenund klagt den, der sie nicht hat, als abnorm, als Sünderan. Zu jeder Zeit ist der Mensch entweder gut oder böse.Der Egoist ist immer selbstsüchtig, wenn er auch nicht im-mer etwas selbstsüchtiges thut. Der da gebietet, daß derMensch ein rechter Mensch sey, gebietet ihm auch, daß erein rechtes Kind sey, ein rechter Mann u. s. w. Ein gu-ter Baum ist auch als Reis schon gut; ein Unkrautauch im Keim schon schlecht.« >—
So verhalt sich's. Der Mensch entspricht entwederdem göttlichen Gesetz, oder er entspricht ihm nicht. Er kannnicht, wie der Rationalismus vorgibt, »weder gut noch böse;«sondern muß vielmehr immerdar entweder gut seyn, oderverdorben. Einen moralisch gleichgültigen Zustanderkennt das Gesetz nicht an. Würde der Mensch noch imNormalzustande geboren, so wäre er schon auf der erstenAltersstufe, wenn auch implicite erst und unentwickelt, den-noch gut und sonder Tadel. — Der Acker seines nochunbewußten Lebens wäre mit allen Keimen der göttlichenEbcnbildlichkcit befruchtet. — Die Knospen seines geistigenVermögens erschlössen sich in gleichmäßiger, reiner, dem Ge-setz entsprechender Entwickelung. Die Elternliebe träte inder reinen Gottesliebe wurzelnd auf. Mit dem Selbstbe-wußtsein erwachte zu gleicher Zeit, wenn auch der kindli-chen Entwickelungsstufe angemessen, das ungetrübte Gottcs-bewußtsein. Der Sinnlichkeit wäre zu einer ungeregelten