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niren? Woher, daß sie sich so leicht von der ni ede rnüberwinden laßt? ja daß sie sogar bis zu andauernderschmählichster Dicnstbarkeit der niedern verfallen kann?Warum, wenn sie sich wirklich noch in ihrem reinen, un-versehrten Zustande befindet, behauptet sich die Vernunftnicht kraftig, nach den ihr anerschaffencn ewigen Gesetzenhandelnd, auf ihrer Höhe? Sollte man nicht denken, sie,die heilige und reine, werde auf die armseligen Gelüste derSinnlichkeit mit stolzem Gleichmuth nur herunterblicken?Ihr, möchte man meinen, müßte jederzeit das ethischGute, und nur Dieses, auch das Augenchme, Lockendeund Schöne seyn? — Und doch kann sie so hausig denheiligen Forderungen ihres eigenen Wesens sich ent-ziehen, und denen des niederen Lcbensgebietes zu schmäh-lichem Sclavendienstc sich unterordnen? — Wie erklärt sichdas, wenn sie wirklich so gesund und unverderbt ist, wieder Rationalismus vorgibt? Wolle doch unser pcla-gianischer Gegner geruhen, uns diesen exorbitanten Wider-spruch zu lösen! —
5) Es ist wahr, daß sich auf die Sinnlichkeitmanche Sünden zurückführen lassen; aber eben so gewißist es, daß bei weitem nicht alle aus derselben zu erklärenund herzuleiten sind. Was hat z. B. der Stolz, der Un-glaube, die Ehrsucht mit der Sinnlichkeit zu thun? Sehenwir nicht oft den Hochmuth seinen Forderungen dasganze Gebiet der sinnlichen Genüsse zum Opfer bringen?— Bezeugt es uns nicht das Fakirwcsen aller Zeiten undReligionen, daß sich sündliche Richtungen im Menschengeltend machen können, die so wenig in der Sinnlichkeitihren Ursprung haben, daß ihnen diese vielmehr zu Folterund Schlachtbank folgen muß? Schon kindischer Trotzkann wochenlang hungern und sich kasteien, um sich nurnicht beugen oder des Unrechts zeih'n zu müssen. DieSucht nach Celebrität kann Hab, Gut, Lust, Bequemlichkeit,ja Gesundheit und Leben in die Schanze schlagen, um nur
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