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Der scheinheilige Rationalismus vor dem Richterstuhl der h. Schrift : Resumé der Bremer Kirchenfehde
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änderung des Menschen hervor.« Ich unterschreibe diese Wortemit voller Zustimmung, und erachte durch sie auch das 2tegegnerische Argument für widerlegt und gründlich abgethan.

3tes Argument: »Die Güte und Gerechtigkeit Gotteskonnte nicht geschehen lassen, daß durch dieSchuld eines Einzigen derZustand des ganzenmenschlichen Geschlechts so verschlimmertward, daß Alle für Einen gestraft werden.«Auch dieser Einwand ermangelt, wenn auch nicht allesScheines, so doch jedes Grundes. Ist doch gerade dieorganische Vergliedcrung der Menschheit mit ihrem Stamm-haupte diejenige göttliche Einrichtung, in welcher vorzugs-weise die Güte, wie die Weisheit Gottes ihren Glanz ent-falten. Sofern Gott in dem Einen Individuum das ganzeGeschlecht organisch zusammenschloß, konnte er das letzterefür den Fall eintretender Zerrüttung auch in Einem wie-der aufrichten und rcgcneriren. Denken wir uns die Mensch-heit als eine unvergliederte Masse für sich bestehender Ein-zelnwesen, deren ein jedes selbstständig und n priori denFall Adams in sich erneuerte (denn daß alle Menschensündigen, gesteht auch der Rationalismus zu); nicht alleinerscheint dann das menschliche Geschlecht noch unendlich er-bärmlicher, gottloser und verruchter, als nach der Erbsün-dcnlehre; es ist dann auch schwer cinzusehn, wie eine Wie-derherstellung und Versöhnung solcher Rebellcnrotte hättebewerkstelligt werden mögen. Daß durch eine auch auf dieFamilie Adams sich forterstrcckende göttliche Zurechnung deradamitischen Schuld die Gerechtigkeit Gottes sich sel-ber aufheben und compromittiren werde, kann ebenfalls nurdie Kurzsichtigkeit behaupten. Die Nachkommen Adamssind nun einmal Sünder, und können, sofern sie dassind, unmöglich Gott gefallen. — Nicht als Heilige, alsSünder werden sie von Gott gerichtet und verurtheilt,und das aus dem einfachen Grunde, weil Gott gerecht