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2ten Artikels der Augsb. Conf. S. 73: »die Uebelthat derersten Menschen war um so größer, je mehr Gutes ihnenGott gethan, je mehr er ihnen gewahrt, je weniger er ih-nen versagt, je leichter es ihnen gewesen wäre, in der anfang-lichen Gerechtigkeit zu beharren; denn sie hatten nur dieMöglichkeit, aber noch nicht die Neigung zu sündigen, welcheerst durch die Einflüsterungen des Verführers in ihnen er-wachte, die sie aber, so wie anfanglich das Weib es that,so auch fortwahrend hatten zurückweisen können. Die tiefepsychologische Wahrheit der einfachen Geschichte des Falls,welcher von zweifelndem Unglauben zu böser Lust, und dannzu böser That übergeht, und so Vernunft, Herz undWillen einnimmt, ist schon von Andern bemerkt worden.Hier ist nur die Leichtfertigkeit und Oberflächlichkeit derje-nigen zu rügen, welche bei der verbotenen Frucht nur dieKleinheit des Gegenstands, nicht aber die Größe des Ver-bietenden und die Schwere des Verbots, wonach allein sichdas Gewicht der Sünde bestimmt, berücksichtigen und daherdie erste Sünde nur für eine kleine Näscherei ausgeben zudürfen meinen, die unmöglich so schwere Folgen hätte ha-ben können. So sind auch diejenigen im Irrthum, welchemeinen, jene einzige erste Sünde hätte nicht so bald denguten Zustand der menschlichen Natur in einen entgegenge-setzten umwandeln und eine Verderbniß derselben für Adamund alle seine Nachkommen nach sich ziehen können. Gradedie erste Sünde mußte, weil sie in den Stand der reinenUnschuld als große Schuld und schroffer Gegensatz hinein-trat, weil sie nicht ein Uebergang, sondern ein Fall ausder Höhe in die Tiefe war, das bis dahin mit dem Bösenunbekannte Gemüth des Menschen in allen seinen Tiefenwie ein höllisches Element schrecklich aufwühlen und seineschöne Harmonie in wüste Disharmonie verwandeln. Sobringt auch jetzt noch der erste grobe Ausbruch der Erbsündeoder die erste wirkliche Schuld, die man relativ auch Verlustder Unschuld zu nennen pflegt, die größte Aufregung und Ver-