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Der scheinheilige Rationalismus vor dem Richterstuhl der h. Schrift : Resumé der Bremer Kirchenfehde
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führen, und so ist es bei seinem Sturze nicht Gott, der derRechtfertigung bedürfte. Gott geht rein und heilig bei dertragischen Katastrophe aus, und richtet den Gefallenenmit vollem Recht. Der Gefallene ist der Verdammungs-würdige, der Schuldige, und er ist es ganz allein.

Lies Argument! »Es würde der Weisheit Gotteswiderstreiten, wenn sein von ihm selber ge-schaffenes Ebenbild durch eine so geringeVeranlassung sogleich und völlig zerstörtwerden könnte.«

Diese These verfallt einem doppelten Gerichte: eine ge-sunde Logik schon verwirft, die wahre Moral perhorres-cirt sie. Sie beruht auf einer kläglichen und argen Ver-kennung nicht allein der Bedeutung des ersten Falls, sondernauch der Natur der Sünde überhaupt. — Wer von ei-nem entschiedenen Abfall vonGott in das finstere, sata-nische Element der Ich - und Selbstsucht als von einer»geringen Sache« reden kann, der verdächtigt damitdas Prinzip seiner Ethik im allerhöchsten Grade. Adamnegirt Gott, tritt Gottes ausdrückliches Gebot mit Füßen,und erhebt sich über Gott; — — und das ein geringfü-giger, ein unbedeutender Umstand? Wie ist es mög-lich, daß man noch den Namen eines »christlichen Theolo-gen« in Anspruch nehmen kann, während man sich zu einemnicht blos so flachen, sondern so absolut un christli-chen, und von Gott entfremdeten Urtheile hinreißenläßt? Daß aber ein so vollständiger, decidirtcr Abfall wie derdes ersten Menschcnpaars von der Liebe zu Gott in dieSelbstvergötterung hinein das anerschaffene, göttlicheEbenbild allerdings »sogleich und gänzlich« in ihnenentstellen und verwüsten mußte, ist leicht einzusehen. —Ich kann mir's nicht versagen, hier die treffenden Bemer-kungen eines unsrer gründlichsten Dogmatiker, des vr.Sartorius, einzuschalten. Er sagt in seiner Apologie des